So sieht’s aus: This little known technical indicator is deadly serious. The Hindenburg Omen is a technical analysis signal that attempts to predict a forthcoming stock market crash. It is named after the Hindenburg disaster, the crash of the German zeppelin of the same name in May 1937. The Hindenburg Omen is the alignment of several technical factors that measure the underlying condition of the stock market - specifically the NYSE - such that the probability that a stock market crash occurs is higher than normal, and the probability of a severe decline is quite high. The rationale behind the indicator is that, under normal conditions, either a substantial number of stocks establish new annual highs or a large number set new lows - but not both. When both new highs and new lows are large, it indicates the stock market is undergoing a period of extreme divergence. Such divergence is not usually conducive to future rising prices. A healthy market requires some degree of internal uniformity, whether the direction of that uniformity is up or down.
Ich bin ja kein Chartist, was ich immer wieder gerne erwähne, versorge sie aber trotzdem mit der Bild-gewordenen Zeppelin-Analaogie im S&P-500. Ein Dank an den Financial Ninja.
Im unteren Bereich des Charts sieht man die Zahl der Aktien, die entweder ein neues Hoch oder ein neues Tief erreicht haben (im Vergleich zu einem Durchschnitt). Die beschriebene Divergence trat tatsächlich drei Mal auf im Juni.
Cash is King, schreibt der Financial Ninja. Seit Januar mach’ ich das ja auch.
Wer mehr über das Omen wissen will: hierlang.
]]>“Der Abschwung ist da. Er ist nur noch nicht ausgeprägt“, sagt er in einem Interview der “Saarbrücker Zeitung”. Nach einem Wachstum von zwei Prozent in diesem Jahr erwarte er nur noch ein Prozent plus im kommenden Jahr. “Das ist so nah an Stagnation, dass man kaum mehr behaupten kann, sie wäre vermieden“.
Also Herr Walter! Diese Aussage ist so nah an kompletten Unsinn, dass man kaum mehr behaupten kann, er wäre vermieden!
Und noch einen Walter obendrauf: “Der erhoffte Aufschwung durch mehr Konsum fällt erst einmal aus.” Kombiniere: Abschwung, Stagnation und verschobener Aufschwung ist laut Walter alles eins.
Das geht aber nicht.
“Inflation und Rezession, Gewaltanwendung und friedliche Ressourcennutzung, Stagflation
und Wirtschaftswachstum – alles zusammen und gleichzeitig geht nicht”, sagt Konrad Hummler, Präsident der Schweizerischen Privatbankiers.
Wie wahr.
Und noch einmal Hummler (den Mann könnte ich ewig und drei Tage zitieren):
„Die Tatsache der Verteuerung einzelner - wenn auch enorm wichtiger - Faktorpreise ist nicht gleichbedeutend mit einer allgemeinen Geldentwertung in den Industriestaaten. Wenn schon scheint es, haben wir heute eher ein Wachstums- denn ein Inflationsproblem. Anders lässt sich kaum erklären, dass weder bei den inflationsgeschützten Anleihen (TIPS) noch bei den ganz langfristigen Bonds wesentliche Inflationserwartungen herauszulesen sind.“
Über die Möglichkeit eines weltweiten Wirtschaftsabschwungs sagt Hummler:
„Kein Zweifel: Die Lage ist ernst. Dennoch ist es falsch, eine Rezession als etwas prinzipiell Schlechtes zu bezeichnen. Größere strukturelle Veränderungen sind ohne wenigstens eine konjunkturelle Abschwächung kaum denkbar. Entsprechend fragwürdig sind umgekehrt gedacht, Maßnahmenpakete oder geld- und wirtschaftspolitische Zielsetzungen, mit denen um fast jeden Preis Rezessionen vermieden werden sollen. Letztlich wirken sie alle strukturerhaltend und deshalb wachstumsmindernd.“
Leicht zynisch, gebildet, humorvoll, wenig Mainstream – als hätte Hummler “Spiegel”, “ZEIT” und ähnliche Qualitätstitel nicht gelesen oder nicht verstanden. (Jetzt Vorsicht Ironie) Kann nicht seriös sein. Rätselhaft wie der Mann als Banker so erfolgreich sein kann.
Apropos Walter. Die Deutsche Bank notiert nur noch bei 55 Euro (gestern waren es gar 51 Euro)! Kein Halten? Watch this (gefunden bei Trader-Inside):
]]>Weil das so ist, und die trüben Gedanken so schnell nicht aus vielen Köpfen verschwinden werden, dürfte Öl mittelfristig weiter steigen und neue Rekordpreise erreichen. Gleichzeitig fällt der Dollar und gleichzeitig rutschen Aktien noch ein Stück weiter ab.
Normalerweise müssten auch die Kurse der Anleihen in diesem Fall weiter nach unten gehen, aber weil die Bond-Jungs schon immer etwas schlauer waren als die anderen, würde ich darauf nicht wetten.
Im Gegenteil, der Bund-Future etwa scheint schon wieder auf dem Weg nach oben. Setzt sich bei den Bond-Jungs etwa schon die Erkenntniss durch, dass die Inflationsangst ein rechter Blödsinn ist und wir bei einem schwächer werdenen Wirtschaftswachstum eher mit Deflation zu rechnen haben?
Dann dürfte später im Jahr Öl fallen, der Dollar steigen und die Aktienkurse …
Das lassen wir mal sacken und schauen uns diesen Chart an. Holy Moly! The sharpest 13-week contraction in bank credit - loans and investments - in the history of the series, which dates back to January 3, 1973.
Das passt doch ins Bild: weniger Kredite in den USA, weniger Geldexpansion. Das ist deflationär … (Quelle: SafeHaven)
]]>Und das Thema Inflation mal en detail … (Quelle: Bespoke Boys)
Blümel ist jedenfalls zurück aus dem Urlaub (schön ist es zwischen Karwendel und Wetterstein). Was die Kollegen inzwischen in meinem Namen verbrochen haben, muss ich noch kontrollieren (und bei Bedarf richtigstellen?).
Am Thema Stagflation muss ich nichts richtigstellen. Es ist sehr präsent in der Meinungswelt. Der Kollege Heismann hat das am Sonntag schön beschrieben. Der für mich wichtigste Abschnitt seines Artikels ist jener:
“Die Globalisierung wird auch künftig ein wirksames Gegengewicht zur Stagflation in den Industrieländern bilden – in doppelter Hinsicht. Zum einen kommt das weltweite Wirtschaftswachstum auch künftig zu mindestens zwei Dritteln aus den Schwellenländern. Das eröffnet den Unternehmen aus Europa und den USA unverändert riesige Exportchancen. Zum anderen bleiben die meisten Emerging Markets weiterhin Niedriglohnländer – selbst wenn die Inflation sich dort beschleunigt und die Währungen tendenziell gegenüber Dollar und Euro aufwerten. Die Billigkonkurrenz beschränkt aber die Möglichkeiten der Arbeitnehmer in den Industriestaaten, höhere Löhne durchzusetzen.”
Insofern bleibe ich bei meiner Meinung, dass in vielleicht zwölf Monaten das Thema Inflation vom Tisch ist – und wir uns dann eventuell sogar über das Thema Deflation streiten.
Zu gewagt?
]]>vielleicht hat ja der eine oder andere von Ihnen in dieser Woche etwas darüber gestaunt, wie anders sich Blogger-Blümel in dieser Woche las. Jetzt darf ich Ihnen verraten warum: Er weilte im Urlaub, war abgeschnitten von der Welt des Webs, und musste zwangsläufig seinem zynischen Kollegen und anderen die Rubrik überlassen. Heute machen wir es noch einmal ganz anders und lassen – absolute Ausnahme – einen Gastautor bloggen. Der Anlass ist für uns Börsianer allerdings auch etwas Besonderes: Der DAX feiert 20. Geburtstag.
Der Rest der Redaktion ist derzeit noch schwer damit beschäftigt, die Artikel für die kommende Ausgabe von €uro am Sonntag fertig zu stellen. Da gibt es beispielsweise ein sehr lehrreiches Stück über das Thema Stagflation, der Kollege Peter Gewalt ist zurück aus Nordamerika und hat dort den neuen Goldrausch in Alaska erlebt, Andreas Hohenadl wiederum hat den neuen Hype um Elektroautos und die damit verbundenen Chancen für Anleger untersucht. Hier aber schon mal das Jubiläumsstück zum DAX.
Der DAX hat sich von Anfang an zu einem Börsenleitindex entwickelt, der heute - 20 Jahre nach seiner Einführung – fester und etablierter Bestandteil der internationalen Finanzmärkte ist. Er repräsentiert rund zwei Drittel des gesamten Grundkapitals inländischer börsennotierter Aktiengesellschaften. Damit stellt der DAX alle anderen Börsensegmente in Deutschland in den Schatten.
Dennoch liegt es in der Natur der Sache, dass Indizes lediglich einen Ausschnitt und nicht den Markt in seiner Breite abbilden können. So beschränkt sich beispielsweise der DAX auf die 30 großkapitalisierten börsenorientierten Unternehmen, die sogenannten Blue-Chips.
Doch auch wenn der DAX lediglich einen Ausschnitt repräsentiert, so hat er nichts von seiner Bedeutung als Stimmungsindikator für die deutsche Wirtschaft verloren. Im Gegenteil. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung des DAX hat der Index im Laufe der Zeit weltweit an Reputation gewonnen. Vor allem aber ist der DAX in der Vergangenheit wesentlich internationaler geworden. Das betrifft sowohl die Ausrichtung der im DAX vertreten Unternehmen als auch die Aktionärsstruktur. Zum einen erwirtschaften immer mehr DAX-Konzerne einen Großteil ihrer Erträge im Ausland, weshalb der DAX auch als Globalisierungsindex bezeichnet wird. Zum anderen hat sich die Aktionärsstruktur des DAX deutlich verändert. Heute befinden sich gut 50 Prozent des Aktienkapitals der 30 DAX-Unternehmen in ausländischer Hand.
Dies ist keine erfreuliche Entwicklung, denn sie dokumentiert die Zurückhaltung der Deutschen gegenüber dem Aktienmarkt. Diese spiegelt sich auch in einer anderen Kennziffer, nämlich der Marktkapitalisierung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Auf Basis vergleichbarar Indizes liegt Deutschland hier mit einer Quote von 38 Prozent international am unteren Ende der Skala. Im Schnitt beträgt der Anteil der Börsenkapitalisierung am BIP in Euroland 42 Prozent. Bedeutende Industrienationen außerhalb Eurolands weisen noch deutlich höhere Quoten aus. Sie reichen von 65 Prozent in Japan, über 97 Prozent in den USA und 108 Prozent in Großbritannien bis hin zu 221 Prozent in der Schweiz. Auf der Überholspur befinden sich die asiatischen Wachstumsregionen. Indien kommt bereits auf eine Börsenkapitalisierung von 63 Prozent des BIP. China liegt mit 39 Prozent schon heute in etwa auf dem Niveau von Deutschland.
Das unterdurchschnittliche Abschneiden Deutschlands bei der am BIP gemessenen Marktkapitalisierung hat verschiedene Gründe. Zum einen wird Deutschlands Wirtschaft traditionell sehr stark vom Mittelstand geprägt. Neben diesem eher strukturellen Faktor kommt hinzu, dass die Aktienkultur in Deutschland weiterhin noch deutlich unterentwickelt ist. So setzen deutsche Unternehmen zur Finanzierung traditionell noch wesentlich stärker auf Kredite als beispielsweise angelsächsische Firmen, bei denen die Kapitalbeschaffung viel häufiger über die Börse erfolgt.
Um die Investmentkultur in Deutschland zu stärken, ist neben einem generellen Umdenken vor allem die Etablierung einer nachhaltigen Aktienkultur zwingend notwendig. Die Politik hat die Bedeutung und Dringlichkeit dieses Themas mittlerweile erkannt und mit Blick auf eine stärkere Partizipation der Arbeitnehmer am Produktivkapital entsprechende Vorschläge vorgelegt. Damit wird ein richtiger und wichtiger Weg bestritten. Denn eine stärkere Aktienmarktkapitalisierung, einhergehend mit einer Stärkung der Aktienkultur, ist kein Selbstzweck. Sie macht die Unternehmen unabhängiger von Krediten und verbreitert die Finanzierungsbasis für weitere Investitionen und Innovationen mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Beschäftigung, den Wohlstand und das Wachstum in Deutschland.
(von Dr. Sebastian Klein, Sprecher der Geschäftsführung Cominvest)
gut gemeint ist häufig das Gegenteil von gut. Kaum irgendwo bewahrheitet sich diese Binsenweisheit so sehr wie in der Wirtschaft. Und kaum ein Player in der Ökonomie meint es so konsequent und so beharrlich gut wie die Berufspolitiker. Mit ihren Entscheidungen und ihrem Hang zu planwirtschaftlichen Strategien bewegen sie Milliardensummen – oft genug in die falsche Richtung.
Niederschmetterndes Beispiel der jüngsten Geschichte ist die massive Förderung des Energiepflanzen-Anbaus für die Gewinnung von Biosprit. Damit soll ein wichtiger Schritt aus der jahrzehntelangen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen gemacht werden – gut gemeint eigentlich. Doch setzen die hohen Subventionen falsche Anreize und verzerren so den Markt. Die alles andere als gute Konsequenz: Für die Bauern lohnt es sich mehr, ihre Felder in den Dienst der Biosprit-Produktion zu stellen, als Weizen und Mais für die Lebensmittelerzeugung anzubauen. Die entstandenen Hungersnöte sind staatlich programmiert.
Nach dem Biosprit könnte nun die auf Biegen und Brechen vorangetriebene Entwicklung von Elektroautos zum Spielfeld der Gutmeiner und Subventionierer werden. Denn ob die Technik schon so weit entwickelt ist, dass elektronische Antriebe sinnvoll und wirtschaftlich sind, daran zweifeln viele Experten. Als Anleger jedoch sollte man diesen Trend gespannt verfolgen und ganz nüchtern die Investmentchancen mitnehmen, die sich aus einem staatlich forcierten Hype ergeben. Die kommende Ausgabe von Euro am Sonntag wird dieses Thema genauer unter die Lupe nehmen.
Auch auf anderen Kontinenten lassen sich die Nachteile staatlicher Lenkungspolitik studieren: So haben die Bewohner Chinas die sinkende Wettbewerbsfähigkeit des Riesenreichs ihrer Regierung zu verdanken. Während die Löhne in dem Land 2004 noch um knapp drei Prozent gestiegen sind, legten sie im vergangenen Jahr um sage und schreibe 20 Prozent zu. Für viele ausländische Investoren werden damit Länder wie Indien oder Vietnam, in denen die Löhne niedriger sind, als Produktionsstandort attraktiver. Schuld daran ist die staatlich verordnete Ein-Kind-Politik: Nach Angaben eines chinesischen Forschungsinstituts strömten in den 90er-Jahren noch rund 200 Millionen Menschen vom Land in die Städte. Gegenwärtig sind es nur noch knapp 50 Millionen. Das heißt: Für Chinas rasant wachsende Wirtschaft stehen immer weniger Arbeiter zur Verfügung. Zwangsläufig müssen die Löhne nach oben gehen.
Aus der ursprünglich gut gemeinten Idee, der Bevölkerungsexplosion in dem Land einen Riegel vorzuschieben, entwickelt sich für die chinesische Führung allmählich ein dickes ökonomisches Problem. Und ökonomische Zusammenhänge sind eben komplex, an diesem Umstand scheitert planwirtschaftliches Vorgehen regelmäßig.
Doch ist es wie beim Billardspiel über drei Banden: Wenn auch der Stoß nicht zum gewünschten Ergebnis führt, versenkt er vielleicht doch eine wichtige Kugel. Im Fall Chinas heißt das: Steigende Löhne geben den Menschen im Reich der Mitte mehr Geld in die Hand, das sie für Konsum – auch von westlichen Produkten – nutzen können. Am Ende kann sich die westliche Welt für das „planvolle“ Vorgehen der chinesischen Regierung bedanken.
]]>können sie sich noch an die Titelgeschichte von €uro am Sonntag vom 1. Juni erinnern? „Der Öl-Crash kommt“ war die Erklärung überschrieben, wieso die Wende beim Ölpreis kommen, die Spekulationsblase platzen wird.
Nun bestätigt das Verhalten von Führungskräften in US-Öl-Raffinerien, dass diese Wende nicht mehr lange auf sich warten lässt: Mit ungewöhnlich hohen Einsätzen kaufen die Manager Aktien der eigenen Betriebe ein. Laut dem Wirtschaftsdienst „Bloomberg“ haben Insider der zehn führenden Öl- und Gas-Raffinerien in den USA allein im Mai für zwei Millionen Dollar eigene Papiere ins Depot geholt. Das ist das höchste Volumen seit acht Jahren und das Doppelte der Verkäufe aus dieser Zeit.
„Wer jetzt Raffinerie-Aktien kauft, muss sich ziemlich sicher sein, dass der Ölpreis bald korrigieren wird“, sagt dazu Jack Albin, Chief Investment Officer der Harris Private Bank in Chicago. Denn die Erträge der Raffinerien waren im ersten Quartal aufgrund des stark erhöhten Einkaufspreises für ihr Rohmaterial um bis zu 98 Prozent eingebrochen.
Dementsprechend günstig sind derzeit die Papiere der Öl-Kocher zu haben. Valero Energy Corp. etwa notieren auf einem historischen Tief von unter 30 Dollar. Berichte über ein (inzwischen repariertes) Leck in einer Anlage in Corpus Christi, Texas, verbilligten die Aktie noch einmal. Beim Konkurrenten Tesoro können Anleger zu Preise wie vor drei Jahren einsteigen. Das ist schon mal eine Wette wert.
Nun mehren sich hierzulande auch die Gerüchte, der Spezialchemmie-Hersteller H&R Wasag könnte bei sinkenden Einkaufspreisen für Rohstoffe ebenfalls seine Talfahrt beenden. Darauf würde ich derzeit aber nicht wetten. Denn am Einkaufspreis allein liegt die schlechte Performance nicht. Immerhin schütte die Chemiker statt wie im Vorjahr 60 nun 70 Cent Dividende je Aktie aus. Und es wurde ein Aktienrückkaufprogramm für bis zu zehn Prozent der ausstehenden Papiere beschlossen. Mir wäre lieber, der Vorstand würde mit eigenem Geld über die Börse zugreifen.
]]>Stahl wird teurer. Die chinesischen Stahlkocher haben gerade nach Verhandlungen mit dem Rohstoff-Konzern Rio Tinto eine Preiserhöhung bei Eisenerz von 96,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr akzeptiert. 2007 hatte sich der Rohstoff schon um 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verteuert, 2005 allerdings hatte es schon einen Aufschlag von rund 72 Prozent auf den Preis des Erzes gegeben.
Die Kollegen der „Financial Times“ (www.FinancialTimes.net), eigentlich als wirtschaftsliberal bekannt, haben sofort den Schluss gezogen, dass mit diesem Abschluss die weltweite Inflation angeheizt wird. Nun, unsere wirtschaftsliberale Meinung ist, dass das nur eine Teuerung ist, die tatsächlich auf alle Produkte durchschlägt, die mit der Stahlproduktion zusammenhängen. Ganz einfach: Ein knappes Angebot an Eisenerz, eine große Nachfrage, besonders aus China, und fertig ist der steigende Preis. Klingt nicht mal komisch, denn es ist nun einmal so. Wollen die Menschen etwa Glasperlen, und Glasperlen sind gerade knapp, dann steigt auch ihr Wert, bzw. ihr Preis. Inflation aber gibt es nur, wenn gleichzeitig oder nah an Preiserhöhungen auch die Löhne steigen – und dann die Preise, und dann wieder die Löhne und dann wieder die Preise und… Das ist dann die Lohn-Preis-Spirale – Inflation eben.
Inflation entsteht also beispielsweise, wenn die deutsche Politik die Gehälter von Öffentlich Bediensteten und Beamten kräftig erhöht (wie unlängst geschehen) und dann noch die Politiker-Diäten an diese Steigerung anpasst. Obwohl sich die Wertschöpfung, also die Leistung des Staatsapparates, keineswegs erhöht hat. Und weil diese nun besser bezahlten Menschen, die sich nicht einmal wirkliche Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen müssen, noch mehr Geld zum Ausgeben haben und deshalb mehr Leistungen auf dem freien Markt nachfragen können, wird es eben für alle ein wenig teurer. Und die Politiker (die zu großen Teilen ohnehin aus der Kaste der Öffentlich Bediensteten und Beamten stammen) werden sich wieder die Gehälter erhöhen und…
Die Preiserhöhung für den Rohstoff Eisenerz jedenfalls ist nicht erstaunlich, keine Inflation, sondern schlicht eine Marktreaktion. Und das ist gut so. Denn es zeigt, dass der Markt funktioniert. In Ausgabe 24 (15. Juni) von €uro am Sonntag hatte unser Kollege Klaus Schachinger schon im seinem Artikel „Die indische Lektion für Stahlbarone“ erklärt, wie sich erfolgreiche Stahlkocher aufstellen müssen, vor allem aber, wie sie sich ihre Rohstoffe sichern.
Als Anleger, der sich bei seiner Altersvorsorge nicht auf eine staatliche Rente verlässt, muss man nun also genau hinsehen: Entweder Ihr BMW, Mercedes oder Audi wird teurer – und der höhere Preis ist dann auch auf dem Markt durchzusetzen (keine Inflation!), oder die Gewinne der Auto-Konzerne sinken. Besser also, wenn Sie Aktien von Stahlproduzenten wie Arcelor Mittal, Evraz Group, Mechel oder Salzgitter im Depot haben.
]]>haben Sie das Europameisterschaftsspiel Niederlande gegen Russland gesehen? Das war doch wirklich mal ein echtes Armutszeugnis! Also nicht unbedingt, was die Kicker auf dem Rasen betraf, Fußball-Analyse will ich hier nicht betreiben. Es geht hier um Wirtschaft. Und Relationen. Und deshalb zeigte uns der Kick in Basel, was Armut wirklich heißt.
Auf der Tribüne saßen nämlich alle russischen Oligarchen in trauter Einigkeit zusammen. Wohl noch nie war so viel Vermögen (die millionenschweren Beine auf dem Feld zählen wir mal nicht) in einem Stadion vertreten. Geht man nun her wie unsere Politiker (vor allem linker Coleur) das zurzeit gerne tun, und rechnet sich mal das Durchschnittseinkommen der Zuschauer aus, dann ist klar, dass bei einer politisch gesetzten Armutsgrenze von 60 Prozent des Durchschnittseinkommens wohl 99,9 Prozent aller Fans im Stadion fürchterlich arme Menschen waren. Dass sie das tatsächlich aber nicht sind – sieht man mal vom sportlichen Ausscheiden der Niederländer ab – zeigt, dass Armut oft nur eine Behauptung ist, welche als Rechtfertigung für Umverteilungsszenarien hin zu unkritischen Wählerstimmen herhalten darf.
Werfen wir nun mal einen Blick vom wohlhabenden Fußball-Europa auf das Austragungsland der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 – Südafrika. Dort gibt es wirklich Armut. Und zwar nicht, weil feiste Politiker sie aus wahltaktischen Gründen irgendwie definieren, sondern weil dort Politiker alles tun, um ihre Bevölkerung in Armut und Rückständigkeit zu halten.
Angesichts der Unruhen der ungebildeten Bevölkerung gegen noch ärmere Flüchtlinge aus benachbarten Unrechtsstaaten muss man sich fragen, ob die WM 2010 in Südafrika überhaupt stattfinden kann. Denn im Sport gelten Regeln wie in der Wirtschaft auch. Nur dort kann sich Wohlstand entwickeln, wo Investitionen, Recht und Eigentum gesichert sind. Nun wäre Südafrika im Prinzip ein reiches Land, reich an Rohstoffen, aber im Vergleich zum Rest Afrikas auch reich an gut ausgebildeten Bürgern.
Schlimm nur: Die Gewinne aus dem Rohstoffexport versickern (nein, nicht bei den bösen „ausländischen Imperialisten“, wie die Anhänger der einst kommunistischen Regierungspartei ANC gerne verbreiten). Das Geld bleibt bei den Cliquen der ANC-Größen hängen. Und nachdem der 2007 an die Macht gekommene Populist Jacob Zuma nun lange genug gegen die so genannten „Eliten“ gehetzt hat, fangen Verbrecherbanden nun an, ausgerechnet das Know-how aus dem Land zu treiben, wie unter anderen die Kollegen von Spiegel-online heute berichten.
Wenig erstaunlich angesichts folgender Beispiele: Da ruft etwa der Vorsitzende des Jugendkulturclubs Uhuru in Pretoria, Faraday Nkoane, vor rund hundert Jugendlichen dazu auf, den Weißen das Land zu stehlen: „Es ist Euer Recht, das zu tun. Denn die Weißen haben den Schwarzen das Land geraubt.“ Das ist übelster Rassismus. Und der Präsident der ANC-Jungsozialisten, Julius Malema, hat angesichts des drohenden Korruptionsprozesses gegen den ANC-Präsidenten lautstark verkündet: „Wir sind bereit, für Zuma zu sterben. Wir sind bereit, zu den Waffen zu greifen und für Zuma zu töten.“ Die Bereitschaft, für irgendeinen Führer (der gegen das Kapital hetzt) zu töten, kommt uns sicher bekannt vor.
Die große Chance, im Zuge der WM-Ausrichtung Investitionen ins Land zu holen, hat der ANC gerade mit großer Energie aus dem Land gekickt. Ohne Einsicht der Afrikaner können wir hier in Europa wenig für das Land am Kap tun. Aber wir könnten ihnen zumindest den Fußball wieder wegnehmen. So ist das nun mal nach bösen Fouls.
]]>planen Sie für dieses Wochenende eine Landpartie? Wenn ja, dann sehen Sie sich das eine oder andere Feld, an dem Sie vielleicht entlang streifen, doch einmal genauer an. Oder die Kuhweide. Oder die Wiese mit den Schafen und Ziegen. Wäre das nicht was für Sie?
Nein, nicht wegen der landschaftlichen Schönheit! Wo denken Sie hin, viel zu banal. Ich will Sie nicht auf den Erholungswert aufmerksam machen. Ich denke da mehr an ein Investment. Ein echtes Investment. Eines, das sie betreten, bepflanzen, bebauen können. Mit dem Sie Geld verdienen können.
Ted Turner, George Soros oder Nicolas Berggruen haben solche „Real Investments“ schon für sich entdeckt. Wer wie diese Superinvestoren so viel mit Wertpapieren gehandelt hat, der will offensichtlich auch mal was Echtes. Land eben. Die Subprimekrise hat es uns gezeigt: Ein Wertpapier ist auch nur ein Versprechen, dass mir jemand dafür mal einen Gegenwert auszahlt. Nun hatten die Banken den Käufern der US-Wunderpakete aber mächtig viele Versprechen gemacht – die man angesichts mittelloser Häuslebauer nicht halten konnte.
Wenn Versprechen nicht gehalten werden, entsteht Misstrauen. Misstrauen aber ist schlecht für die Märkte. Und so fangen die ersten Börsianer auch schon an sich zu fragen, wie es denn geht, dass – meist in Derivaten – etwa bei Agrarrohstoffen teilweise das Zigfache der physisch wirklichen vorhandenen Ernte gehandelt wird. „Wir werden in eine Derivate-Krise kommen, vielleicht in zehn, 15 Jahren erst, aber die Krise wird kommen“, sagte mir vergangene Woche ein Banker eines Hauses, das ausgerechnet mit Zertifikaten gerade sehr gute Geschäfte macht (vielleicht nur bis zum Stichtag für die Abgeltungssteuer am kommenden Mittwoch, Anm. d. Red., aber mehr darüber lesen Sie in der kommenden Ausgabe). Erstaunlich! Dieser Banker fängt an, seinem eigenen Geschäft zu misstrauen.
Das kann es auch sein, was George Soros und Co aufs Land treibt: Misstrauen. Beim Land, da steht man selbst im Grundbuch, das frisst die Inflation nicht auf, man kann sein Gemüse darauf ziehen oder Tulpen darauf pflanzen – und selbst wenn die Welt untergeht (oder eben die Finanzmärkte kollabieren), kann man das noch auf seiner eigenen Scholle erleben.
Wie man auch als Privatanleger zu renditeträchtigem Agrarland kommt, beschreiben jedenfalls die Kollegen Carl Batisweiler und Andreas Hohenadl in der kommenden Ausgabe von €uro am Sonntag. Und sie sind überzeugt, dass sich da gerade erst ein neuer Trend entwickelt, eine neue Anlageklasse mit großer Zukunft.
Ich werde das Heft am Sonntag sicher mitnehmen – bei meinem Ausflug aufs Land.
]]>Aber egal. Ärgerlicher ist, das die sogenannten Gewinnwarnungen meist zu spät kommen. Aber auch egal, schließlich gibt es einen Indikator, der uns weit vor den offiziellen sogenannten Gewinnwarnungen wissen lässt, was Sache ist: der US-Einkaufsmanagerindex (US Purchasing Managers Index, oder kurz PMI). Der hat einen Vorlauf von sechs Monaten. Und so sieht’s aus (Ein Dank an Safehaven.com)
Was sehen wir da? Der PMI ist noch am Fallen. Die Gewinne werden folgen, zumal a) die Erwartungen immer noch zu hochgesteckt sind und b) die Gewinnmargen wohl ihren Höhepunkt erreicht haben (Thank you again Safehaven.com ).
Blümel bleibt also ein Bär. Sorry!
]]>Der Kontraindikator-Gläubige in mir jubelt. Etwa so: Mensch Blümel, schlimmer kann’s doch gar nicht mehr werden. Jetzt investieren! Eine Riesen-Chance!
Nun bin ich (in Fragen der Börse) aber eher Agnostiker denn Kindlich-Gläubiger oder im anderen Extrem Atheist. Daher ein großes ABER:
Richtig ist, dass das Risiko eines Aktienkaufs auf diesem Niveau relativ niedriger ist als 2006 oder 2007.
In dieser Konstellation aber einen idealen Einstiegszeitpunkt auszumachen ist ein fool’s game.
Wer sich erinnern kann, weiß, dass die Börsen 1980 nur eine Zwischenrally starteten. Erst 1982 begann ein nachhaltiger Aufschwung. Ähnliches gilt für das Stimmungstief Anfang der 90er. Und dem Tief 2001 folgte die Rally erst im März 2003.
Geduld, Geduld …
“Perception is strong and sight weak. In strategy it is important to see distant things as if they were close and to take a distanced view of close things.” Miyamoto Musashi
]]>Und 2000 und 2004? Da sah es so aus (ein Dank an Wellenreiter):
Interessanter Gleichlauf. Auch das Börsenjahr 2008 startete ähnlich schwach wie wie vor vier und acht Jahren.
Und wie geht’s weiter? Das hängt wohl davon ab, in wieweit das böse R-Wort weiterhin in den Köpfen der Anleger herumspukt und für Unsicherheit sorgt. Meinereiner ist ja immer noch vorsichtig – Cash is Blümel’s King …
]]>(Schön, wenn man mal sich selbst zitieren kann; das Folgende stammt aus der aktuellen “€uro am Sonntag”, den kompleten Text gibt es hier: “Mythos Inflation – und was davon übrig bleibt”)
Zurück zum Inflationsschutz: Es gibt Zertifikate, die letztlich wie eine Wette funktionieren. Und es gibt inflationsindexierte Bundesanleihen. Die haben - vereinfacht gesagt - eine Rendite von etwa 1,5 Prozent Grundverzinsung plus Inflationsrate.
Das ist eine feine Sache, wenn die Teuerung stärker wächst als erwartet. Wird alles aber nicht so schlimm wie befürchtet, sind normale Anleihen die bessere Lösung. Zumal gerade auf lange Sicht nicht mit hoher Inflation zu rechnen ist (außerdem steigt bei wachsender Inflation in der Regel auch die Verzinsung von normalen Anleihen).
Und das Timing? Das ist jetzt gut! Die Rendite von “normalen” Bundesanleihen liegt derzeit je nach Laufzeit um 4,5 bis 4,6 Prozent. Das ist kaufenswert. Entweder direkt oder via Fonds.
]]>Man beachte den Zusammenhang Zinsen (Euro kurz) und Goldpreis (in Euro):
(gesehen auf Safehaven.com)
Erklärung: die EZB-Ratsmitglieder sind Falken und wollen möglicher Inflation den Garaus machen (ob das jetzt notwendig ist oder nicht, sei dahingestellt).
Dürfen wir aus der Grafik nun ableiten, dass Gold (auf Euro-Basis) zu teuer ist?
Die US-Fed-Mitglieder wollen ja jetzt auch Falken sein und wollen möglicher Inflation den Garaus machen (ob das jetzt notwendig ist oder nicht, sei dahingestellt).
Nur sieht man davon noch nix …
Im unteren Teil der Grafik beachte man den Zusammenhang (nennen wir es enge Korrelation) Ölpreis versus Dollar.
Wie gesagt: Die Fed-Mitglieder wollen ja jetzt auch Falken sein und möglicher Inflation den Garaus machen (ob das jetzt notwendig ist oder nicht, sei dahingestellt).
Dürfen wir aus einem möglichen Falken-Szenario dann ableiten, dass Öl (auf Dollar-Basis) zu teuer ist?
]]>(Schön auch seine Polemik zum Fed-Moneyprinter …)
]]>(gesehen bei Trader-Inside)
Interessante Zeiten an den Finanzmärkten, insbesondere am Ölmarkt. Bei extremer Volatilität haben wir am Freitag einen neuen Rekordpreis von Öl erreicht. Was geht da vor sich?
Solche Verhältnisse sind nicht neu. Es sieht so aus, als ob sie sich alle 20 bis 30 Jahre einstellen würden. Jetzt lassen sie sich zu einem Teil zurückführen auf den schwachen Dollar und zu einem Teil auf die Entwicklung von Angebot und Nachfrage. Besonders das enorme Wachstum in China und Indien führt zu einer starken Nachfrage bei begrenztem Angebot. Kritisch sind begrenzte Investitionen in Raffinerien. Es gibt also eine Reihe von Gründen für den Preisauftrieb.
Strukturell betrachtet endete im Jahr 1992 die Ära billiger Rohstoffe. In den vergangenen zwei bis drei Jahren scheint eine Ära höherer Energie- und Rohstoffpreise begonnen zu haben. Eines jedoch bleibt jedoch konstant: Die Finanzmärkte neigen zur Hysterie, indem sie glauben, wir stünden vor dem Ende der Welt.
Glauben Sie wirklich, die Nachfrage treibt den Ölpreis immer weiter nach oben?
Nein, nicht die Nachfrage an sich, sondern primär die Erwartungen. In den vergangenen Jahren hatten wir eine außerordentlich hohe Nachfrageerwartung mit Blick auf China und Indien. China wuchs enorm. Das Land war die Region, in der die Industrialisierung stattfand.
Blickt man jedoch auf die Wachstumsprognosen mancher Ökonomen für die kommenden zwei bis drei Jahre, so sind manche davon zwar völlig unrealistisch, jedoch trotzdem zur allgemeinen Konsenserwartungen geworden. Spekulanten sahen eine aufgehend Lücke zwischen Angebot und Nachfrage, kamen herein - und sind inzwischen weiter über das Ziel herausgeschossen. Die Makro-Modelle der vergangenen Jahre unterstellten kontinuierliche jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Bereich in China. Solche Erwartungen werden gegen die Wand laufen. Gerade sie jedoch haben in den vergangenen Monaten die Märkte bewegt.
Solche Erwartungen sind doch alleine deswegen seltsam, da China beziehungsweise Asien viele der produzierten Produkte in die Vereinigten Staaten und nach Europa exportiert. In diesem Regionen jedoch lässt die wirtschaftliche Dynamik nach.
Diese Regionen zeichnen sich weniger durch eine industrielle- als durch eine dienstleitungsorientierte Wirtschaft aus. Aus diesem Grund reagieren sie nicht so empfindlich auf einen hohen Ölpreis wie zum Beispiel China. Alleine schon aus diesem Grund betrachte ich die hohen Wachstumserwartungen skeptisch. Dazu kommt die Tatsache, dass die chinesische Wirtschaft strukturell viel schwächer ist, als man gemeinhin annimmt. Genau das haben die Märkte bisher nicht realisiert.
Wie sehen diese „strukturellen Risiken“ genau aus?
Es gibt eine ganze Reihe davon. China ist im Kern eine auf Schulden basierte Volkswirtschaft …
… sie haben doch Währungsreserven in Höhe von 1,4 Billionen Dollar …
… die hatte Japan auch im Jahr 1900. Das konnte jedoch nicht verhindern, dass damals die Wirtschaft zusammenbrach, da die Reserven nicht in das Bankensystem eingebracht werden konnten. Auch Korea hatte vor der Krise im Jahr 1997 hohe Währungsreserven.
Asien erlebte verschiedene Episoden, die sich durch Gemeinsamkeiten auszeichnen: Geringe Gewinne, starke Cashflows und exportabhängige Volkswirtschaften. Wenn sich das Wachstum von Ländern, die primär an den Cashflows interessiert sind und nicht an den Margen, sich auch nur leicht abschwächt, so verschlechtert sich das Verhältnis zwischen Schuldenlast und Schuldendienst - und das zieht herein.
Was heißt das konkret?
China hatte über viele Jahre schlechte Kredite in Höhe von 25 bis 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Das Land konnte bisher die Krise geschickt abwenden. Unter der Hand ist es jedoch schwierig, die Leute zu bedienen, welchen man Geld schuldet. Nun befinden wir uns in einer Situation, in der die Regierung neben den Exporten auch den Energieverbrauch subventioniert. Wenn man das tut, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden, so gerät man in Teufels Küche. In China haben wir beispielsweise eine Unterversorgung mit Dieseltreibstoff. Das ist sehr riskant für eine Industriegesellschaft, da sie praktisch das Lebenselexier der Ökonomie darstellt.
Insgesamt kommen verschiedene kritische Faktoren zusammen. Sollte China den Yuan weiter aufwerten lassen, würde das den Export schwächen, viele Firmen in die Insolvenz treiben und auf diese Weise die Arbeitslosigkeit steigern. Sollten sie die Währung dagegen künstlich vergünstigen, fangen sie sich eine hohe Inflationsrate ein. Längst hat das Land einen Punkt erreicht, der sich durch riesige fundamentale Probleme auszeichnet.
Was sollten sie ändern?
Ich denke, die Chinesen müsste ihre Wirtschaft deutlich umstrukturieren. Ein Land dieser Größe kann nicht kontinuierlich mit zwölf Prozent wachsen, vor allem dann nicht, wenn es mit seinen Exporten so gut wie nichts verdient. In vielen Exportmärkten sind die Gewinnmargen beinahe schon negativ. Trotzdem nehmen die Ausfuhren immer stärker zu. Zählt man nun die Energiekrise hinzu, so steckt das Land vollkommen in der Zwickmühle. Wenn irgendetwas den Energiemarkt treibt, so sind es irrationale Wachstumserwartungen in China.
Wann wird das enden?
Spätestens dann, wenn wir eine Serie von Insolvenzen in China sehen werden.
Was halten sie von Thesen, nach welchen der Binnenkonsum Chinas den Export als Wachstumstreiber bald ablösen wird?
Schauen Sie sich an, wie viel sie exportieren und wie viel Nachfrage sie kreieren müssten, um das zu ersetzen. Daraus lässt sich ableiten, dass ziemlich viel Zeit vergehen würde, bis das möglich wäre. China orientierte sich an ein und demselben Denkmuster in den vergangenen 30 Jahren: der großen Expansion. Der Glaube, dass das ein Prozess sei, der sich ununterbrochen fortsetzen lasse, ist irrational. Gerade jedoch auf dem Hoch eines Marktes glauben die Leute an die unmöglichsten Thesen - man erinnere sich nur an die Dot.com-Bubble.
Sind wir also auf einem Top?
Ich denke die chinesischen Märkte waren etwa vor einem Jahr auf einem Top.
… und am Energiemarkt?
Dort nähern wir uns einem solchen. Denn das Niveau der Hysterie hat inzwischen gigantomanische Ausmaße erreicht. Der Markt verhält sich inzwischen so, als ob 150 Dollar je Barrel Öl unvermeidbar wären…
… wir brauchen nur zwei, drei solche Tage wie heute, mit einem Preisanstieg von sechs Dollar - und schon sind wird da …
… oder auch nicht. Denn solche Tage muss man erst einmal haben. Alleine schon die Tatsache, dass der Preis in den vergangenen Stunden ohne fundamentale Nachrichten so stark zulegte, deutet auf einen Markt hin, der reif ist. Da jedoch weiterhin spekulatives Geld in den Markt fließt, ist vieles möglich. Der letzte Spekulant, der einsteigt, wird jedoch in der Regel „gekillt“. Und das, obwohl er noch Sekunden vorher felsenfest davon überzeugt ist, er habe das sicherste Investment der Welt.
Die Frachtraten für Öltanker sind sehr hoch. Auf der anderen Seite stellten sie selbst vor kurzem die Frage, wo diese Tanker sich befänden, denn an den Abladestationen seien sie nicht zu bemerken?
Das ist einfach: Wer denkt, der Ölpreis werde bald bei 150 Dollar je Barrel liegen, der wird seine voll beladenen Tanker wohl kaum zum Entladen schicken. Der Hafen von South Louisiana hat eine interessante Statistik. Sie zeigt, dass viele Tanker, die ihre Löschung angemeldet hatten, ihre Termine verschoben haben.
Das heißt, sie warten vor der Küste auf höhere Preise?
Aber sicher! Wenn Sie davon ausgehen, der Preis werde morgen bei 150 Dollar liegen, so wären sie doch ein Idiot, heute schon zu verkaufen. Da sich alle auf dieselbe Weise verhalten, kommt es zu Engpässen, die den Preis nach oben treiben.
…
Glauben sie an den wirtschaftlichen Boom im Nahen Osten?
Sicher, schauen Sie, welche Gelder die Staaten einnehmen. Saudi Arabien nimmt im Moment täglich eine Milliarde Dollar ein. Solche Summen können sie gar nicht in den Binnenmärkten investieren. So werden sie zu maßgelblichen Akteuren an den internationalen Märkten und gewinnen auf diese Weise an wirtschaftlicher Macht.
Ist es denkbar, dass sie mit den Geldern auch Öl-Futures kaufen, um den Preis hoch zu halten?
Möglich ist es. Aber sehr wahrscheinlich kaufen sie amerikanische Aktien. Denn nur so lässt sich erklären, dass sich die amerikanischen Börsen angesichts der Sub-Prime-Krise und ihrer Folgen so gut halten können, wie bisher. Unter normalen Umständen wären die Kurse an den amerikanischen Börsen viel stärker gefallen.
]]>Das schmerzt (langsam). Relativ wie absolut. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt nimmt immer stärker zu, kommt in Bereiche, die wir (na ja, in meinem Fall eher meine Eltern) zuletzt während der Ölkrisen in den 70er-Jahren erleiden mussten.
Da kommt man doch auf dumme Gedanken. Oder warum muss ich gerade jetzt an eine Rezession denken? Öl würde im Fall der Fälle dann wieder billiger werden.
Good news!? Nun ja, nicht nur der Ölpreis würde fallen …
Call me Dr. Doom!
]]>(NYSE Financials)
Und: keine “echte” Rally ohne eine vernünftige Bandbreite?
Wenn da nur nicht der munter steigende Dow Jones Transportation Index wäre. Der passt so recht nicht ins Bild …
Das lassen wir über’s Wochenende mal sacken …
]]>(Quelle: Investmentpostcards)
Das Land leidet bekanntlich unter Hyperinflation. Ein Problem, das Apokalyptiker auch für den Rest der Welt erwarten (Meine Güte! Sogar die Wirtschaftswoche hat es schon auf dem Cover).
Paul Krugman macht da nicht mit. Der Professor für Economics und International Affairs an der Princeton Universität findet, dass Inflation nicht gleich Inflation ist und Vergleiche mit den 70er-Jahren hinken.
Für Krugman ist der Anstieg der Preise nämlich nur ein vorübergehender Schock. “Ein großes Problem wäre es nur dann, wenn die Inflation zu einem fixen Bestandteil der Wirtschaftsentwicklung wird, wenn also Inflation die Inflation nährt. Das ist bei einer Lohn-Preis-Spirale der Fall. Dann wäre es schwierig, die Preisentwicklung wieder zu normalisieren.”
Die Löhne sind also der Knackpunkt. Wobei mehr Geld in der Lohntüte per se gar nicht schlecht ist. In Deutschland wartet man nun schon seit Jahren auf mehr Umsatz im Einzelhandel und die USA zittern vor einem Nachlassen des Konsums – der macht schließlich 70 Prozent des BIP aus. Zu einem Problem werden die Löhne erst dann, wenn sie stärker steigen als die Produktivität.
Doch wo ist das der Fall? In Deutschland? In den USA? In Asien?
Ich kann da nichts finden. Inflation ist also nicht wirklich ein bedrohliches Phänomen(?)
Something to chew on!
]]>- 2004 kletterte der Ölpreis in nur vier Monaten um 53 Prozent nach oben (von 36 Dollar auf 55 Dollar), danach ging es 27 Prozent nach unten.
- 2008 kletterte der Ölpreis in nur vier Monaten um 59 Prozent nach oben (von 85 Dollar auf 135 Dollar), danach ging es …
Wiederholt sich die Geschichte?
(Chart 2004)
Es gibt zudem einige Leute, die einen Zusammenhang zwischen dem Ölpreis und der Präsidentschaftswahl sehen.
Ed Yardeni etwa:
“It’s no coincidence that a meaningful top in the crude oil price occurred very close to the last presidential election in 2004. This time should be no different as the oil price must come down in order for the massive bail-out and economic relief efforts to take full effect. It is doubtful in the highest that the market controllers would allow a persistent rise in the crude oil price to wreck the economy. Don’t be deceived - the oil price is governed by artificial manipulation of supply and demand, not “Peak Oil” as some would have us believe. The “Peak Oil” hysteria may have triggered a short-covering rally by commercial accounts, like hedgers, who couldn’t take any more margin calls or couldn’t stand the pain of being locked into prices of $100 or less. While all this has been happening, the oil market ignored rapidly mounting evidence that prices between $100-$150 rather than $150-$200 may be starting to dampen demand and boost supply.”
]]>“The very rare black swan formation - note both feet and neck are complete and the rare vampire tooth variation is in place. This is very bad. Very very bad.”
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Nicht das Vertrauen verlieren, raten die Fondsmanagerinnen Samantha Ho und Maggie Lee. Das chinesische Wirtschaftswunder geht weiter.
Ein- bis zweimal im Jahr kommen Samantha Ho und Maggie Lee nach Deutschland. Normalerweise sitzen die beiden in einem klimatisierten Büro in Hongkong und managen China- und Asien-Fonds der Gesellschaft Invesco. Ho und Lee (19 beziehungsweise 22 Jahre Investmenterfahrung) haben in den USA und Großbritannien studiert und treffen bei ihren Firmenbesuchen immer wieder auf undurchsichtige Bilanzen und Bosse mit dem Mitgliedsausweis der Kommunistischen Partei. Für Euro am Sonntag erklären sie, warum die asiatische und speziell die chinesische Wirtschaft so stark ist.
Euro am Sonntag: In den vergangenen Monaten war oft die Rede von Decoupling, vom Abkoppeln der asiatischen und vor allem chinesischen Wirtschaft von der schwächer werdenden US-Konjunktur. Kann das gelingen angesichts der eng verzahnten Weltwirtschaft?
Maggie Lee: Es ist möglich, durchaus. Wir müssen aber unterscheiden zwischen der Realwirtschaft und den Finanzmärkten. Die Wirtschaftsleistung Asiens scheint die Decoupling-Theorie zu bestätigen, die Wachstumsraten sind weiter stark, die Handelsüberschüsse steigen. Die Schwellenländer tragen inzwischen die Hälfte zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei. Gerade Asien ist inzwischen zu stabil, als dass Probleme in den USA Katastrophen in Asien heraufbeschwören könnten. Die Finanzmärkte jedoch sind eine andere Geschichte. Der Gleichlauf der Börsen ist zu stark. Wenn der Risikoappetit der Investoren abnimmt, kommen auch Asiens Börsen nicht ungeschoren davon, egal wie stabil die Fundamentaldaten sind. Und ich bin mir nicht sicher, ob all die Probleme in den USA schon ausgestanden sind. Es ist ein Kreislauf. Die Hypothekenprobleme haben sich negativ auf die Bankbilanzen ausgewirkt, was die Kreditvergabe beeinträchtigt, was wiederum auf die Ausgaben drückt und so die Hauspreise weiter unter Druck setzt.
Samantha Ho: Solidität ist der Schlüssel zum Decoupling. Seit der Asien-Krise hat sich viel getan. Damals war die Verschuldung in den asiatischen Ländern völlig aus dem Ruder gelaufen. Jetzt wird alles viel konservativer finanziert. Auch im Privatsektor. Haben Sie einmal chinesische Touristen in Deutschland beobachtet? Die bezahlen nichts mit Kreditkarten, sondern haben ein dickes Geldbündel dabei. In China werden sogar Häuser cash bezahlt. Nur zum Vergleich: In den USA und Großbritannien entspricht die Höhe der Konsumentenkredite zu 100 Prozent dem Bruttoinlandsprodukt, in China nur zu 20 Prozent. Und trotz dieser Sparsamkeit geben die Menschen in den Schwellenländern insgesamt bereits so viel Geld aus wie die Hälfte der Amerikaner.
Euro am Sonntag: Wird das Erdbeben in Sichuan das Wirtschaftswachstum bremsen?
Lee: Das Erdbeben ist eine fürchterliche Tragödie. Sie schweißt aber alle Chinesen zusammen.
Ho: Die ersten großen Geldspenden kamen aus Taiwan, das ist sehr bemerkenswert.
Lee: Richtig. Und die Regierung in Peking hat sofort Maßnahmen zum Wiederaufbau beschlossen. Weil die Region kein ausgesprochener Industriestandort ist, wird sich das Erdbeben aber kaum negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Und die zusätzlichen Infrastrukturausgaben werden das überkompensieren, auch wenn das jetzt vielleicht befremdlich klingt. Infrastruktur ist ohnehin eines der wichtigsten Investmentthemen des Lands und ganz Asiens. Die Weltbank hat 2005 das Potenzial auf eine Billion Dollar bis 2010 geschätzt. Jetzt musste sie es revidieren - auf drei Billionen. Und China macht die Hälfte davon aus. Das ist alles im Fünfjahresplan verankert. Es werden Eisenbahnen gebaut, Untergrundbahnen, Straßen, Häfen, Flughäfen, Wasser- und Energieversorgung. Und Peking wird hier die Ausgaben weiter steigern, analog zum Wirtschaftswachstum. Das muss auch so sein. Die Chinesen stehen zu oft im Stau.
Euro am Sonntag: Hat Peking durch die offene und schnelle Reaktion auf das Beben Chinas Imageproblem etwas verbessert?
Ho: Ich denke ja. China ist ja ständig in den Schlagzeilen, wird mit Argusaugen beobachtet: Tibet, chinesische Demonstrationen im Ausland, Proteste gegen ausländische Geschäfte in China, Qualitätsmangel von Produkten, der Schneesturm, das Beben. Man sollte aber nicht vergessen, dass China schon weit gekommen ist. Wo stand das Land denn vor 18 Jahren? Damals waren sogar noch Straßenkarten geheim.
Euro am Sonntag: Wenn das Beben kein Problem ist und das Image nicht, wo sehen Sie dann Risiken? Beim steigenden Ölpreis?
Lee: Der hohe Ölpreis belastet ganz Asien. Fast alle Länder sind Nettoimporteure. Inzwischen revidieren fast alle großen Kenner des Ölmarkts die Langfristprognosen nach oben. Viele gehen inzwischen von dauerhaft 90 oder 100 Dollar aus. Das ist nicht wirklich eine gute Nachricht für Asien. Es ist auch ein wichtiger Faktor bei den Infrastrukturausgaben. Entweder man kann die so gestiegenen Kosten weitergeben oder man muss die Kosten anderweitig drücken. Sonst können die Unternehmen ihre Margen nicht halten.
Ho: China tut alles, um das Rohstoffangebot sicherzustellen. Und es werden große Anstrengungen unternommen, um alternative Energien zu fördern. Auch ein wichtiger Punkt im Fünfjahresplan der Regierung.
Euro am Sonntag: Was ist mit der Inflation? Die liegt neuesten Daten zufolge schon bei neun Prozent.
Ho: Inflation scheint ein weltweites Problem zu sein. Vor allem, weil neben Energie die Kosten für Nahrungsmittel so stark steigen. In China machen Lebensmittel 33 Prozent des Warenkorbs aus, fallen also viel stärker ins Gewicht als in den meisten westlichen Ländern. Ohne Nahrungsmittel liegt die Inflation bei vernünftigen 1,8 Prozent. Die Regierung hat es also mit Preiskontrollen bei Lebensmitteln probiert, aber das funktioniert nicht richtig. Peking hat wohl eingesehen, dass man derart starke Preissteigerungen nicht mit kurzfristigen Methoden eindämmen kann. Was hilft, ist der weiter im Wert steigende Yuan. Das verbilligt die Importe.
Euro am Sonntag: Und schmerzt den Export.
Ho: Natürlich. Aber das fällt nicht mehr so stark ins Gewicht. Die Nettoexporte machen nur acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.
Euro am Sonntag: Wie abhängig ist man denn noch vom Export?
Ho: Wichtig ist, dass sich die Qualität verändert. China ist nicht mehr der große Exporteur von billigen Produkten. Das machen sie immer noch, natürlich, aber inzwischen werden auch viele qualitativ hochwertige Güter exportiert.
Lee: Zum Beispiel Maschinen nach Russland oder in den Nahen Osten. Oder wenn Vietnam oder Indien Kraftwerke bauen, dann ordern sie Maschinen aus China. Die Exportbasis hat sich stark verbreitert. Und China ist in der Wertschöpfungskette nach oben gerutscht. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegen jetzt bei 1,4 Prozent des Inlandsprodukts. Das ist immer noch wenig im Vergleich zu anderen Ländern, aber schon doppelt so viel wie zur Jahrtausendwende. Auch die Zahl der Studenten nimmt zu. Sechs Millionen Chinesen studieren. Das ist prozentual vielleicht wenig, aber absolut gesehen sind das eine Menge gut ausgebildete Leute.
Ho: Viel vom Export geht ja auch in die asiatischen Nachbarländer. Angenommen, die USA durchlaufen eine milde Rezession, dann wird das Exportwachstum Chinas immer noch um 16 bis 18 Prozent pro Jahr zulegen.
Euro am Sonntag: Gleichzeitig wächst die Nachfrage im Land selbst.
Lee: Die Chinesen wollen einen westlichen Lebensstil führen. In Peking finden sie an jeder Ecke einen Starbucks, sogar in der Verbotenen Stadt. Die Ansprüche steigen nach und nach. Und ich rede jetzt nicht nur von den Superreichen. Ein Beispiel ist der Tourismus. Viele Chinesen machen zum ersten Mal richtig Urlaub. Viele im eigenen Land. Daher werden immer mehr Hotels gebaut. Aber nicht nur Luxusherbergen. Inzwischen gibt es 7000 Hotels mit Standardkomfort, also einem oder zwei Sternen. Zur Jahrtausendwende waren es gerade einmal 2000 Hotels. Im selben Zeitraum hat sich die Zahl der Reisen mehr als verdoppelt, und es kommen auch mehr ausländische Touristen.
Euro am Sonntag: Wie hoch sind denn inzwischen die Einkommen?
Ho: Die Chinesen sind jetzt da, wo die Japaner Mitte der 70er-Jahre waren und die Koreaner Mitte der 80er-Jahre. Die Erfahrung mit diesen beiden Ländern zeigt, dass in der Folge das Wirtschaftswachstum zu 100 Prozent auf die Konsumausgaben durchgeschlagen hat. Dazu kommt ja noch, dass die Chinesen so sparsam sind und 30 bis 40 Prozent ihrer Einkommen auf die hohe Kante legen. Und so etwas wie Kaufen auf Pump ist noch ein fast unbekanntes Phänomen. Das heißt, wir haben noch zwei zusätzliche Hebel, die den Konsum in den nächsten Jahren voranbringen.
Lee: Und die Olympischen Spiele und ein immer stärker werdendes Markenbewusstsein fördern das ebenfalls noch.
]]>Die oberste Aufsicht für die US-Terminbörsen, CFTC, und die britischen Aufsichtsbehörden und der Londoner Future-Börse ICE Futures Europe haben einen Informations-Austausch über Energie-Kontrakte vereinbart. Vorausgegangen sei eine sechsmonatige, intensive Beobachtung des Handels.
Bei der Prüfung geht es unter anderem um Rohöl-Handelskontrakte für das oft gehandelte Produkt West Texas Intermediate (WTI), die in New York und London gehandelt werden.
Insgesamt würde die Überwachungs-Behörde 60 Verdachtsfälle in verschiedenen Rohstoffbereichen untersuchen. Die US-Behörden hätten schon Gerichtsvorladungen angeordnet. Angeblich soll es sich um eine international agierende Gruppe von Händlern handeln, die an der Terminbörse tätig seien.
US-Politiker haben die CFTC seit Monaten gedrängt, die Aufsicht zu verschärfen und gegen Spekulanten vorzugehen, die für den drastischen Anstieg des Ölpreises mitverantwortlich gemacht werden.
“Die Kommission hat wichtige Schritte eingeleitet, um sicherzustellen, dass die US-Energie-Terminmärkte ordnungsgemäß und frei von Manipulation in Missbrauch funktionieren”, teilte die CFTC mit. Es habe bereits im Dezember eine landesweite Untersuchung über Handelsgeschäfte mit Öl gegeben. Normalerweise würden solche Prüfungen nicht bekanntgemacht, erklärte die US-Aufsichtsbehörde. Angesichts der derzeit beispiellosen Marktbedingungen habe man sich diesmal aber anders entschieden.
(Quelle: MMnews)
]]>In einem Beitrag auf der Cicero-Webseite liest man dann:
“… 1500 Milliarden Dollar. So viel Wert hat der größte Kursverlust seit dem 11. September 2001 binnen einer Woche vernichtet …”
Das ist so schade wie falsch.
Dass mit einem Rückgang von Aktienkursen Kapital vernichtet wird, gehört anscheinend zu einer nicht ausrottbaren Legende des Kapitalismus.
Die Börsenkapitalisierung der Unternehmen ist eine Kennzahl, die mit dem Wert eines Unternehmens nur entfernt zusammenhängt. Veränderungen von Kursen schaffen bei steigenden Kursen kein Kapital und sie vernichten bei fallenden Kursen kein Kapital. Das Kapital wechselt beim Kauf von Aktien den Besitzer. Wer Geld als Kaufpreis für Aktien hergibt, nimmt in diesem Augenblick den Verlust seines Kapitals in Kauf, weil er es einem anderen Markteilnehmer übergibt und dafür Aktien erwirbt. Dadurch wird das Kapital allerdings nicht vernichtet, nur der Eigentümer wechselt.
Simple as that.
Die Mär wird trotzdem weiterleben.
Kapital wird auch beim “Spiegel” vernichtet, oder via Günter Grass in der “Süddeutschen”.
Who’s next?
]]>Hier ist der Beweis ]]>
(Trotzdem noch mal so am Rande eine kleine Zusammenfassung: Bedeutend bei der Dow-Theorie ist nicht nur der Dow Jones Industrial Average, sondern auch der Dow Jones Transportation Average. Eine Trendwende wird erst dann als gegeben angesehen, wenn sowohl die Industrieaktien als auch die Transportaktien ihre Höhe- beziehungsweise Tiefpunkte nicht mehr bestätigen, wobei die Transportaktien einen vorauslaufenden Charakter haben.)
Zurück zur aktuellen Faszination. Der Transport-Index wurde erst mal ausgebremst. Nix war es mit einem neuen Allzeithoch per Tagesschluß. Statt dessen geht’s wieder runter. Mit Verve …
]]>By the way: Sollten Sie das Buch bei amazon.de suchen, geben sie am besten nicht den Suchbegriff “Blasen “ein … oder doch, wenn Sie über die Angebotsfülle des Internetladens staunen wollen.
Der amerikanische Wirtschaftshistoriker Daniel Gross schreibt da Ketzerisches: Spekulationsblasen seien NICHT etwas ausschliesslich Negatives. Im Gegenteil: Spekulative Übertreibungen seien wichtig für die Wirtschaft.
Seine Kernthese: Was als sinnlose Zerstörung interpretiert werden kann, erzeugt in Wirklichkeit neue Dynamik. Nach Internet, Immobilien und (fossilen) Rohstoffen sei auch schon die nächste Blase in Sicht: die erneuerbaren Energien.
Dazu hat neulich auch ein anderer schlauer Kopf was gesagt (in der €uro am Sonntag vom 18. Mai.)
]]>Gefühlt ist die Inflationsentwicklung (zumindest für Lebensmittel- und Benzin-Konsumenten) ebenfalls unbefriedigend. Und es muntert den einen oder anderen auch nicht gerade auf, wenn die Freunde in den USA noch weit gefühliger sind als wir. Dort wird die Inflation schließlich anders berechnet. Mehr dazu weiter unten.
Wie sich die Inflation auf die Börse auswirkt, haben die Schweizer Freunde von der Bank Sarasin berechnet. Nämlich so: Je höher desto negativer.
Einleuchtend.
Höhere Inflation führt zu einer deutlichen Abschwächung der Gewinne – höhere Rohstoffkosten verursachen steigende Produzentenpreise, Unternehmen versuchen dies an die Konsumenten weiterzugeben, Arbeitnehmer fordern höhere Löhne, Gewinnmargen fallen ….
Nur: Im Unterschied zu den letzten Perioden mit hoher Inflation in den 70er und 80er Jahren gibt es aber heute keine Anzeichen einer Lohn-Preis-Spirale. Die Folgen für die Börse wären demnach nicht so schlimm (zumindest in Europa).
Und in den USA? Hier streitet man sich ja schon, ob die Inflation “richtig” berechnet wird.
Something to chew on!
]]>Rocco Gräfe von GodmodeTrader.de ist so einer, der gut mit Trendlinien und sonstigem Chartisten-Werkzeug kann. “Bärenmarktrallye auf der Kippe!”, schreibt der Gräfe heute. Die Zeichnung und seine Kernaussagen dazu etwas weiter unten.
Passt ja auch zur Stimmungslage. Es sind schon wieder zu viele Optimisten unterwegs. Sogar der 2008 bisher so bärige Blümel war in den vergangenen Tagen schon auf der Kippe, das Lager zu wechseln.
Das lassen wir denn mal, ne?!
Und hier der Gräfe:
“Charttechnischer Ausblick: Der heutige Tag ist leicht zu umschreiben. Es geht um nichts geringeres als den mehrwöchigen Aufwärtstrend. Entschieden wird bei ~7.000/7.016.
Fällt der DAX unter 7.000/7.016, insbesondere per Tagesschluss, so ginge es deutlich abwärts. 1. Ziele wären in diesem Fall 6.966, 6.912 und 6.843/6.850. Diese Ziele wären theoretisch schon heute erreichbar.”
]]>Oder nicht?
]]>












































