Wind weht auch im Westen
Im vergangenen Jahr ist die installierte Windkraftleistung in den USA um 45 Prozent gestiegen. Und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, wie man auf dieser Grafik aus dem amerikanischen Politmagazin The Atlantic (theatlantic.com) sieht. Jeder violette Punkt steht für eine geplante Windkraftanlage.
Scheint, als hätten auch die Amerikaner gemerkt, dass sie über einige der windigsten Landstriche der Welt verfügen – die frühere Prärie kann, was die Windstärken betrifft, mit Patagonien oder Grönland mithalten. Was früher zu Erosion, Staubstürmen und Landflucht verarmter Bauern führte, könnte sich heute als Goldgrube erweisen. Der betagte Ex-Ölbaron T. Boone Pickens lässt gerade in Texas die bisher größte Windanlage der Welt errichten, rund zehn Milliarden wird das kosten. Die Great Plains hält er für „das Saudi-Arabien der Windkraft“.
General Electric, Vestas, Siemens und Gamesa machen den Markt bislang unter sich aus – 28 Bundesstaaten unterstützen das Geschäft, in dem sie Versorger verdonnern, bis zu 20 Prozent der Elektrizität aus erneuerbaren Energien zu gewinnen.
Der Markt läuft so gut, dass vereinzelt bereits das Wort von der Windkraft-Blase aufgetaucht ist. Klar, Windkraft in den USA steht vor den gleichen Problemen wie bei uns: Lange „Transportwege“ der Elektrizität zu den Verbrauchern, Backup-Kraftwerke für Zeiten mit wenig Wind, fehlende Speicherlösungen für Perioden mit starkem Wind. Angesichts der Fläche und des Energiebedarfs der USA dürfte aber bei den Anlagenbauern noch längere Zeit Nachfrage bestehen. Unterdessen ist auch schon das nächste Aufholrennen in Sachen Windkraft gestartet: in China. (jg) 








