Henry Paulson, John Paulson und Alan Greenspan
US-Finanzminister Henry Paulson versucht das internationale Finanzsystem mit einem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket vor dem Kollaps zu bewahren. Sein Namensvetter John Paulson zählt dagegen zu denen, die – ganz legal – wesentlich zu dessen Destabilisierung beigetragen haben und dabei immens reich wurden. Der 52-Jährige ist Chef des Hedgefonds-Hauses Paulson & Co. Im Gegensatz zu vielen Investmentbanken, aber auch Instituten wie der IKB, erkannte Paulson frühzeitig die Schwäche und geringe Bonität der Subprime–Hypothekenkredite. Also setzte er auf fallende Kurse und strich im vergangenen Jahr 3,7 Milliarden Dollar ein. Auch 2008 läuft es für Paulson, der in New York ein 2600 Quadratmeter großes Stadthaus auf der Upper East Side bewohnt, bislang nicht schlecht. Wie die britische Finanzaufsichtsbehörde nun feststellte, hatte sich Paulson, mit rund einer Million Pfund bei britischen Bankhäusern wie etwa HBOS oder Royal Banks engagiert ¬¬- short versteht sich. Damit lag er goldrichtig. Die Aktie von HBOS, bei der Paulson mit 93 Millionen Pfund eingestiegen war, verlor seit Jahresanfang 75 Prozent. Nun aber sind in UK Leerverkäufe und das Setzen auf fallende Kurse bei Banktiteln bis 16. Januar 2009 verboten. Dass Paulson nun seine Positionen glatt stellen muss, stört ihn nicht. Allein gestern verlor HBOS weitere 14 Prozent.
Ist Paulson ein Vorwurf zu machen? Keineswegs. All seine Investitionen verstießen nicht gegen Recht und Gesetz. Leerverkäufe und short selling sind und bleiben eine völlig legitime Handelsstrategie. Einen negativen Beigeschmack haben Paulsons Geschäfte trotzdem. Anfang des Jahres stellte Paulson & Co. keinen geringeren als den Ex-US-Notenbankchef Alan Greenspan als Berater ein. Dessen Niedrig-Zinspolitik hat den Boden für das aktuelle Desaster bereitet. Greenspan dürfte daher auch gewusst haben, dass eine Krise auf dem Häusermarkt unvermeidlich ist und wie man am besten davon profitiert. (jb)









Am 3. November 2008 um 14:41 Uhr
Interessanter Beitrag!