Unfallgefahr auf Geldparkplätzen
Geldmarktfonds gelten vielfach noch immer als sichere Anlageklasse. „Mit Geldmarktfonds investieren Sie sicher in kurzfristig verzinsliche Anlagen“, schreibt zum Beispiel die Fondsplattform www.investmentfonds.de auf ihrer Homepage. Und weiter: „Geldmarktfonds sind ein sicherer Parkplatz für Ihre Ersparnisse.“ Bei den Anlegern ziehen diese Marketingsprüche: Rund 30 Prozent des Vermögens aller US-Publikumsfonds liegt in Geldmarktfonds, in Deutschland sind es immerhin 15 Prozent.
Auch die Fondsgesellschaften nutzen das Sicherheitsargument nach wie vor gern beim Verkauf. So bewirbt die Gesellschaft Robeco ihren Dynamic Premium (ISIN: LU 004 612 671 9) zum Beispiel als „eine sichere Idee“.
Das ist wirklich erstaunlich, angesichts der jüngsten Ereignisse auf den Kapitalmärkten! In den vergangenen Tagen hat die Finanzkrise nämlich gleich zwei Geldmarktfonds heftig erwischt: Putnam Investments musste den 14 Milliarden US-Dollar schweren Prime Money Market Fund auflösen, der ausschließlich institutionellen Investoren offen stand. Und die Anleger des 65 Milliarden US-Dollar schweren Reserve Primary Fund von Reserve Management sitzen auf dem Trockenen, weil die Fondsgesellschaft wegen starker Wertverluste kein Kapital auszahlen kann. Der Fonds hat sich mit Investitionen in kurz laufende Anleihen von Lehman Brothers verspekuliert. Nachdem die US-Investmentbank sich für zahlungsunfähig erklärt hatte, verfielen ihre Anleihen fast völlig wertlos.
Sind alles spezielle Fonds für Großinvestoren und geht deutsche Privatanleger nichts an? Von wegen! Betroffen ist nämlich auch der Templeton Euro Liquid Reserve Fund (ISIN: LU 005 276 977 4, den Franklin Templeton hierzulande an Kleinsparer verkauft. Auch dieser Geldmarktfonds hält Lehman-Anleihen: Ende Juni 2008 waren es Papiere im Wert von 1,35 Millionen Euro oder 1,18 Prozent des Gesamtvermögens. Dementsprechend hat der Fonds seit Ende Juni 4,9 Prozent an Wert verloren. Für eine angeblich sichere Anlageklasse ist das erstaunlich viel!
Und es zeigt: Anleger sollten sich besser anschnallen, wenn sie derzeit auf Geldparkplätzen unterwegs sind! Weitere Crashs sind nämlich nicht ausgeschlossen.








