Fußball, Wirtschaft und Börsen brauchen Regeln und Sicherheit
Liebe Leser,
haben Sie das Europameisterschaftsspiel Niederlande gegen Russland gesehen? Das war doch wirklich mal ein echtes Armutszeugnis! Also nicht unbedingt, was die Kicker auf dem Rasen betraf, Fußball-Analyse will ich hier nicht betreiben. Es geht hier um Wirtschaft. Und Relationen. Und deshalb zeigte uns der Kick in Basel, was Armut wirklich heißt.
Auf der Tribüne saßen nämlich alle russischen Oligarchen in trauter Einigkeit zusammen. Wohl noch nie war so viel Vermögen (die millionenschweren Beine auf dem Feld zählen wir mal nicht) in einem Stadion vertreten. Geht man nun her wie unsere Politiker (vor allem linker Coleur) das zurzeit gerne tun, und rechnet sich mal das Durchschnittseinkommen der Zuschauer aus, dann ist klar, dass bei einer politisch gesetzten Armutsgrenze von 60 Prozent des Durchschnittseinkommens wohl 99,9 Prozent aller Fans im Stadion fürchterlich arme Menschen waren. Dass sie das tatsächlich aber nicht sind – sieht man mal vom sportlichen Ausscheiden der Niederländer ab – zeigt, dass Armut oft nur eine Behauptung ist, welche als Rechtfertigung für Umverteilungsszenarien hin zu unkritischen Wählerstimmen herhalten darf.
Werfen wir nun mal einen Blick vom wohlhabenden Fußball-Europa auf das Austragungsland der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 – Südafrika. Dort gibt es wirklich Armut. Und zwar nicht, weil feiste Politiker sie aus wahltaktischen Gründen irgendwie definieren, sondern weil dort Politiker alles tun, um ihre Bevölkerung in Armut und Rückständigkeit zu halten.
Angesichts der Unruhen der ungebildeten Bevölkerung gegen noch ärmere Flüchtlinge aus benachbarten Unrechtsstaaten muss man sich fragen, ob die WM 2010 in Südafrika überhaupt stattfinden kann. Denn im Sport gelten Regeln wie in der Wirtschaft auch. Nur dort kann sich Wohlstand entwickeln, wo Investitionen, Recht und Eigentum gesichert sind. Nun wäre Südafrika im Prinzip ein reiches Land, reich an Rohstoffen, aber im Vergleich zum Rest Afrikas auch reich an gut ausgebildeten Bürgern.
Schlimm nur: Die Gewinne aus dem Rohstoffexport versickern (nein, nicht bei den bösen „ausländischen Imperialisten“, wie die Anhänger der einst kommunistischen Regierungspartei ANC gerne verbreiten). Das Geld bleibt bei den Cliquen der ANC-Größen hängen. Und nachdem der 2007 an die Macht gekommene Populist Jacob Zuma nun lange genug gegen die so genannten „Eliten“ gehetzt hat, fangen Verbrecherbanden nun an, ausgerechnet das Know-how aus dem Land zu treiben, wie unter anderen die Kollegen von Spiegel-online heute berichten.
Wenig erstaunlich angesichts folgender Beispiele: Da ruft etwa der Vorsitzende des Jugendkulturclubs Uhuru in Pretoria, Faraday Nkoane, vor rund hundert Jugendlichen dazu auf, den Weißen das Land zu stehlen: „Es ist Euer Recht, das zu tun. Denn die Weißen haben den Schwarzen das Land geraubt.“ Das ist übelster Rassismus. Und der Präsident der ANC-Jungsozialisten, Julius Malema, hat angesichts des drohenden Korruptionsprozesses gegen den ANC-Präsidenten lautstark verkündet: „Wir sind bereit, für Zuma zu sterben. Wir sind bereit, zu den Waffen zu greifen und für Zuma zu töten.“ Die Bereitschaft, für irgendeinen Führer (der gegen das Kapital hetzt) zu töten, kommt uns sicher bekannt vor.
Die große Chance, im Zuge der WM-Ausrichtung Investitionen ins Land zu holen, hat der ANC gerade mit großer Energie aus dem Land gekickt. Ohne Einsicht der Afrikaner können wir hier in Europa wenig für das Land am Kap tun. Aber wir könnten ihnen zumindest den Fußball wieder wegnehmen. So ist das nun mal nach bösen Fouls.








