Kapitalvernichtung
Das Magazin “Cicero” nennt sich “Magazin für politische Kultur”.
In einem Beitrag auf der Cicero-Webseite liest man dann:
“… 1500 Milliarden Dollar. So viel Wert hat der größte Kursverlust seit dem 11. September 2001 binnen einer Woche vernichtet …”
Das ist so schade wie falsch.
Dass mit einem Rückgang von Aktienkursen Kapital vernichtet wird, gehört anscheinend zu einer nicht ausrottbaren Legende des Kapitalismus.
Die Börsenkapitalisierung der Unternehmen ist eine Kennzahl, die mit dem Wert eines Unternehmens nur entfernt zusammenhängt. Veränderungen von Kursen schaffen bei steigenden Kursen kein Kapital und sie vernichten bei fallenden Kursen kein Kapital. Das Kapital wechselt beim Kauf von Aktien den Besitzer. Wer Geld als Kaufpreis für Aktien hergibt, nimmt in diesem Augenblick den Verlust seines Kapitals in Kauf, weil er es einem anderen Markteilnehmer übergibt und dafür Aktien erwirbt. Dadurch wird das Kapital allerdings nicht vernichtet, nur der Eigentümer wechselt.
Simple as that.
Die Mär wird trotzdem weiterleben.
Kapital wird auch beim “Spiegel” vernichtet, oder via Günter Grass in der “Süddeutschen”.
Who’s next?








