Hotels für die Welt (China Teil 6)
In Peking öffnet im Schnitt jeden Tag ein neues Hotel seine Pforten. Das geht seit Anfang 2007 so. Die Olympiade ist ein Grund für den Bettenberg. Der mit den Spielen verbundene Bauboom und die wiederum hiermit verbundene Entwicklung der Stadt zu einem internationalen Messestandort ein anderer. Und dass sich vor 2001 im Hotel-Bereich überhaupt nichts getan hatte und Peking nicht mehr war als ein verschnarchter Regierungssitz, erklärt auch so einiges.
Die Hotelgruppe Shangri-La jedenfalls trägt zum Bettenberg bei. Schon jetzt hat das Unternehmen mit Sitz in Hongkong vier Hotels in Peking. Das fünfte wird wohl 2009 fertig sein. Die Arbeiten am dritten Turm des World Trade Center laufen auf Hochtouren. Im höchsten Gebäude der Stadt wird dann das wohl einzige Sechs-Sterne-Haus Pekings die obersten Stockwerke einnehmen. Ein Grund, die Aktie zu kaufen?
Oder ist der Bettenberg ein Hinderniss? Stefan Bollhalder ist sich nicht sicher. “Nach Olympia wird es wohl einen Umsatz-Knick geben”, sagt der Schweizer Chef des China World Hotel, des bisherigen Pekinger Vorzeigehotels von Shangri-La (im Bild mit Prinzessin Anne. Splendid! Klick to enlarge). “Aber die Stadt verändert sich so schnell und extrem. Es sind viele ausländische Unternehmen hier, neue Messen, gerade etwa der Auto-Salon, der Strom an Business-Reisenden hält an. Da kann man nicht zwangsläufig von Überkapazitäten sprechen.”
Im Foyer des China World Hotel hängt ein großes Bild mit goldenen Bambuspflanzen (klick to enlarge), einem Symbol für langes Leben, Wohlstand und Gesundheit. Einige Sorgen hat Bollhalder trotzdem. Die Kosten steigen. Personal ist inzwischen teuer. “Die Lohnnebenkosten sind so hoch wie in Deutschland. Man glaubt es kaum”, sagt er. Und die Lebensmittelpreise steigen. “Wir können aber nicht alle drei Monate unsere Preise in den Restaurants nach oben setzen.” Dazu werden Wasser und Strom teurer. Und nicht zuletzt: “Wollen wir mal hoffen, dass wir nicht alle in einer ganz großen Blase sitzen”, sagt Bollhalder.
Shangri-La jedenfalls mausert sich zu einem Global Player. Nicht nur dass China mit Hotels gepflastert wird (bis in die Innere Mongolei), inzwischen wird auch der Nahe Osten, Europa und Nordamerika erobert. Paris, London, New York und Las Vegas heißen kommende Stationen.
Gehobenes Niveau für die Welt. Das gilt auch für die Aktie. Mit einem KGV von 21 für das kommende Jahr ist Shangri-La eher teuer. Dafür steht das Unternehmen auf soliden Beinen und die Expansionspläne sind überschaubar und entspringen keinen überbordenden Phantasien. Shangri-La ist so eher eine defensive Aktie und nach der Konsolidierung in den vergangenen Wochen eine Überlegung wert.








