The Wild Bunch (China Teil 4)

Zurück aus der Provinz und um eine Erfahrung reicher. Bisweilen muss man an seine Grenzen gehen. Oder darüber hinaus. Wer in China als Geschäftspartner für voll genommen werden will, muss Stehvermögen beweisen und auch bereit sein, ein bisschen was vom Privatmenschen hinter der Anzugträger-Fassade zu zeigen. Ich habe mich tapfer gehalten …

Es geht hier ums Essen und Trinken. Die Leute von China Farm Equipment luden zum Abendessen (zweimal). Und da wird a) aufgetischt, dass sich der Tisch biegt und b) wird erwartet, dass es dem Gast schmeckt. Vorneweg: es war vorzüglich, sehr scharf mit viel Chilli. Schweinefleisch, Rindfleisch, Fisch, Huhn, Gemüse. So weit so gut.

Frittierte Krustentierteile, die mitsamt Kruste verschlungen wurden, auch in Ordnung, da hatten die Zähne was zu tun. Auch die frittierten Stücke von Schweinsöhrchen waren lecker – schmeckten wie ordentlich gewürzte Chips.

Dann aber die Überquerung des Rubikon: Entenfüße in roter Sauce. Dazu ein dünner Plastikhandschuh, die Patschefüßchen wurden händisch abgeknabbert. Gütiger Gott! Wie da rauskommen? Die Lösung: ein bisschen Alibi-Nagen, anerkennendes Kopfnicken, dann schnell und viel Bier trinken. Hat funktioniert. Zumal die mangelnde Essbereitschaft durch viel Trinkbereitschaft kompensiert wurde.

Eines ist jedenfalls sicher: Blümel darf wiederkommen! Chris und David auch (das sind die FIVV-Fondsmanager, die mich durchs Land geschleust haben). Eric hat es so gesagt (das ist der Gastgeber, und natürlich hat man sich beim Vornamen einen guten Appetit gewünscht.

Schlußnote: China Farm Equipment ist ein kleines, feines Unternehmen, mit realistischen Zielen und gutem Management. Allerdings kamen sie a) wohl zu früh an die Börse, etwas mehr Private Equity voran hätte gut getan und b) gerieten sie als Micro-Cap besonders in den Strudel des Börsenabschwungs. So ist das eben mit den Small Caps. Also kaufen? Zu klein für Otto Normalanleger. Wer aber ohnehin Deals an der Hongkonger Börse macht: nur zu.

The Wild Bunch im Bild: Blümel, David, Chris, zwei ärmelhochkrempelnde Macher aus der Fabrik und der vorheriger Besitzer der LKW-Sparte Juzhou (ein faszinierender Selbstdarsteller und Sprücheklopfer vom Schlage So-einen-findste-im-Westen-nimmer)

The Wild Bunch
Chilischarf

2 Reaktionen zu “The Wild Bunch (China Teil 4)”

  1. Christian Hofmann

    Und wer zu Hause gerne Nachkochen möchte… Das Rezept für die Entenfüße gibt\’s hier: http://www.kochmeister.com/r/22947-entenfuesse-mit-austernsauce-haoyou-yajiao-guangdong.html

  2. BluemelM

    Na Mahlzeit!

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