Welche Aktie Mao Zedong nicht kaufen würde
Ni hao liebe Leser, China-Wochen beim Blümel-staunt-Blog! Heute hat es den Autor nach Changsha verschlagen, die Hauptstadt der Provinz Hunan im Südosten Chinas. Diese Region gilt als die Reis(korn)kammer im Reich der Mitte.
Man darf sich das allerdings nicht allzu ländlich vorstellen, denn Changsha selbst hat schon mehr als sechs Millionen Einwohner. In die Stadt flossen während der vergangenen Jahre mehrere Milliarden Dollar Auslandsinvestitionen. Changsha boomt, die Maschinen und anderen (landwirtschaftlichen) Güter, die dort produziert werden, finden inzwischen auch außerhalb Chinas Abnehmer. Die Stadt ist nämlich durch ihre Lage an schiffbaren Flüssen, mit Eisenbahn, Autobahn und neuem Airport verkehrstechnisch sehr gut erschlossen, was in China noch lange keine Selbstverständlichkeit ist.
Auf dem Programm steht heute der Besuch einer Lkw-Fabrik etwas außerhalb, die jüngst von dem börsennotierten Unternehmen auf China Farm Equipment übernommen wurde. Die wichtigsten Produkte der Firma sind Mähdrescher für Reisfelder und Geräte, die den Boden für den Reisanbau vorbereiten. Dazu produziert China Farm Equipment noch Ein-Zylinder-Dieselmotoren, die in diversen landwirtschaftlichen Geräten (und Booten) zum Einsatz kommen. Im Prinzip sollte das Unternehmen vom Agrarboom also profitieren, der Aktienkurs ging seit dem IPO vor einem Jahr allerdings kräftig nach unten. Wir werden herausfinden, warum, und ob vielleicht noch eine Erfolgsgeschichte daraus wird.
Große Erfolge in Changsha hat jedenfalls Mao Zedong gefeiert. Hier arbeitete er von 1913 bis 1918 als Lehrer und startete seine Karriere als auf Kommunist. Eine Begeisterung für landwirtschaftliche Maschinen hätte Mao aber wohl kaum entwickelt, denn seine Partei schickte ja Millionen von kapitalistischen Freidenkern in Umerziehungslager zur Feldarbeit per Hand, auf dass sie sich die Segnungen des Sozialismus ohne Maschinen hautnah erarbeiten konnten.
Sie staunen, dass der Blümel als Chinabesucher in vorolympischen Zeiten das so frech und unzensiert schreiben darf? Vielleicht dürfte er das sogar, aber bei aller Modernität, bei allem Forschritt gibt es auch in dieser Region Flecken, an denen die Internetverbindungen noch nicht ausgebaut sind. So hat er heute mangels Mail-Möglichkeit die Arbeit an seinen Kollegen (ja genau, den zynischen) delegiert.
Ich darf dabei an unsere Serie auf €uro am Sonntag zum Megamarkt Infrastruktur erinnern, die auf den gewaltigen Nachholbedarf Chinas auch bei der Telekommunikation und Datenleitungen hingewiesen hat – und in der Sie am Sonntag alles über die Chancen für Anleger im russischen Riesenreich erfahren.








