Streber!
Die Chinesen sind Streber. Ständig und überall wollen sie das neue Maß aller Dinge sein. Schon am Flughafen muss der Peking-Reisende das nach Fläche weltgrößte Gebäude betreten – das (natürlich) brandneue Terminal 3. Was bleibt, ist der stille Triumph, dass ein europäischer Architekt den schwungvollen Kasten entwarf (es war doch Sir Norman Foster, oder?).
Ja, ja, und schon bald soll die U-Bahn-Anbindung fertig sein. Großartig (aber da mischt so viel ich weiss Siemens mit).
Angekommen in der Stadtmitte wird klar, dass in diesem Jahr noch Pekings höchstes Gebäude fertiggestellt wird, mit einem Luxushotel in den obersten Etagen. Das ist dann das Shangri-La, ein Unternehmen, das in Singapur beheimatet ist.
Vielleicht sind sie ja Streber die Chinesen, aber sie lassen die Nicht-Chinesen offensichtlich teilhaben.
Das gewagteste Stück Architektur jedoch, dass ich jemals zu Gesicht bekommen habe, ist so eine Art schiefer Turm (oder besser: Triumphbogen). Entworfen vom Rem Koolhass, Niederländer. Ganz oben wieder ein Hotel. Das Mandarin Oriental mit Wurzeln in Hongkong.
Also: die Chinesen sind Streber, die anderen halten sie davon aber nicht ab, sondern unterstützen tatkräftig, die “Infrastrukturstory” scheint kein Ende zu finden, Blütenstaub ist in Peking schlimmer als Feinstaub Marke Russpartikel (ich schwöre siebenfach!), und ja, es fahren (immer noch) erstaunlich viele Santanas und Jettas in Peking herum.
Und jetzt für die Augenmenschen unter uns: Fosters Werk, Koolhaas’ Triumph und ein Relikt (wer’s größer haben will, muss klicken)








