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Als Ingrid Matthäus-Maier im Oktober 2006 als KfW-Chefin antrat, hatte sie bestimmt vor, länger zu bleiben als nur eineinhalb Jahre. Sie wähnte sich wohl (wie naiv!) bei einem Institut für Mittelstandsförderung, Klimaschutz und Mikrofinanzierung (das ist doch die eigentliche Aufgabe der IKB?). Abgetreten ist sie jetzt bei einer Bank, die mit Milliarden Steuergeldern den Zusammenbruch einer Mittelstandsbank verhindern musste (die tatsächliche Aufgabe der IKB?).
Naiv? Na gut. Frau Matthäus-Maier kann einem fast leid tun. Die tatsächlichen, gelernten, echten Banker in den börsennotieren Großbanken machen ja auch keinen besseren Job.
Trotzdem sind seit der Bear-Stearns-Rettung (durch die tatsächliche, gelernte, echte US-Notenbank) Bankaktien im Schnitt gut 20 Prozent nach oben geklettert, egal ob in den USA oder in Europa. Das ist verwunderlich.
Oder auch nicht. Denn seit der Rettung ist klar: die Notenbank lässt keinen im Regen stehen, geschweige denn absaufen. Bail-Out nennen die Amerikaner diese Rettungsmaßnahmen.
Wer aber glaubt, dass dadurch die Kreditkrise beendet ist, ist genauso naiv wie Frau Ingrid Matthäus-Maier im Oktober 2006.
Die Banken selbst trauen sich doch immer noch nicht über den Weg. Will Bank A von Bank B kurzfristig Geld leihen, sind immer noch Zinsen fällig, die weit über den Raten der Zentralbanken liegen. Ausserdem wissen wir noch gar nicht, wie weit die Wirtschaft von den Bankenproblemen tangiert wird. Kommt ein Credit-Squeeze? Wie schlimm wird er?
Angesichts dieser Unsicherheitenn sind die jüngsten Kursanstiege Zeichen einer ordentlichen Portion Matthäus-Maier’schen Blauäugikeit.
Also: Sell the rallies! Die Gelegenheit ist günstig.








