Panic at the Disco
Die Finanzkrise hat die Boulevardblätter erreicht. „Soll ich jetzt Aktien kaufen?“ fragt die „Bild“. Und liefert die Antwort gleich nach: „Nein! Finanz-Fachmann Tenhagen: Die Aktienmärkte sind derzeit turbulent. Das Risiko von großen Verlusten ist für den normalen Sparer zu groß.“
Hört, hört! Wenn die Yellow Press vor der Börse warnt, ist das Schlimmste in der Regel vorbei, und Anleger sollten das Gegenteil vom Empfohlenen tun. Allerdings warnt „Bild“ nicht auf der Titelseite, sondern eher versteckt auf hinteren Plätzen. Von Panik beim Boulevard kann man also noch nicht sprechen.
Das gilt nicht nur für die bunten Blättchen. „Barron’s“ titelte neulich Are You Ready for Dow 20,000, und bei Jim Cramer hieß es A Turning Point, um zwei Beispiels zu nennen. Sieht so Panik aus? Oder Depression?
Erinnern Sie sich an die psychologischen Phasen während einer Marktkorrektur, die so fatal an die fünf Phasen des Sterbens nach Elisabeth Kübler-Ross erinnern? Im Januar habe ich es schon einmal beschrieben:
1) Nichtwahrhabenwollen (Denial)
2) Zorn (Anger)
3) Verhandeln (Bargaining)
4) Depression (Depression)
5) Zustimmung (Acceptance)
In Phase 1 ging es noch darum, die Subprime-Krise klein zu reden, und ein Überschwappen auf andere Bereiche auszuschließen. Ähnlich dann die Analysen zum Thema Inflation und schwacher Einzelhandel. Zu Phase 2 (Zorn) passt Jim Cramers berühmte Notenbank-Schelte. In Phase 3 werden klassischerweise vermeintlich billige und defensive Aktien empfohlen und gekauft und viele Hoffnungen auf die Notenbanken gesetzt („die werden’s schon richten“).
Und ich denke in dieser Phase sind wir immer noch. Depression und Zustimmung sind nach wie vor nicht wahrzunehmen.
Die aktuelle Rally kann so nur ein kurzes Aufbäumen sein. Bleiben Sie vorsichtig.








