Inflation, Stagflation, Deflation
Jan Poser, der Chef-Volkswirt der Schweizer Sarasin-Bank hat was Interessantes gesagt: „Unseres Erachtens wird die Hauptsorge der nächsten Jahre nicht der Inflation, sondern der Deflation gelten.“
Wie kommt er nur darauf, jetzt wo alle und jeder ein Inflationsdrama oder gar ein Stagflations-Szenario prophezeit?
Knackpunkt ist, dass die – jetzt zu beobachtende – Inflation eine verzögerte Folge des bisher so phänomenalen Wirtschaftswachstums ist. Ab dem Spätsommer 2008 werde jedoch die seit dem vierten Quartal 2007 begonnene Wachstumsabschwächung dämpfend auf die Kerninflation einwirken.
Zweiter Grund: die Rohstoffpreise verhalten sich spätzyklisch, weil das Angebot träger reagiert als die Nachfrage (eine Angebotsausweitung ist immer mit mit erheblichen Investitionen in Förderungsanlagen verbunden). Sinkt
die Rohstoffnachfrage, weil sich die Wirtschaft abschwächt, schliesst sich die Angebotslücke nicht sofort
und die Rohstoffpreise steigen vorerst weiter.
Posers Schlussfolgerung: Mitte des Jahres werden die Inflationsraten wieder sinken. Sollte zudem der Immobilienmarkt „implodieren“, droht Deflation.
Und wenn man Posers Gedanken noch ein kleines Stück weiterdreht, steht die Rohstoffhausse damit auf höchst wackligen Beinen.








