Goldrausch

Kein Witz: In den USA sind Goldgräber-Clubs en vogue. Messen, auf denen Ausrüstungsgegenstände wie Pfannen, Waschrinnen und Metallspürgeräte angeboten werden, locken Scharen von Besuchern an. Und die staatlichen Stellen in Alaska registrieren ein zunehmendes Interesse an Schürfrechten, von 233 im Jahr 2002 stieg die Zahl auf 315 im Jahr 2007 …

Warum auch nicht? Gold notiert auf einem neuen Allzeithoch. Und das Momentum spricht für einen weiter steigenden Preis.

Goldiger Chart

Dabei ist Gold doch ein höchst überflüssiges und wertloses Material. Es ist zu weich, um Werkstoffe daraus zu formen, der Schmelzpunkt ist zu hoch, um damit zu löten, es taugt nicht als Katalysator und selbst als Teil einer Legierung sorgt es nicht für bessere Materialeigenschaften. Zugegeben: Gold eignet sich zur Oberflächenveredelung und zur Herstellung haarfeiner Drähte. Aber rechtfertigt das einen Preis von annähernd 950 Dollar pro Feinunze? So viel wie noch nie zuvor. Und rechtfertigt es einen Preis von 1000 oder 1200 Dollar, der für viele Experten in naher Zukunft schon ausgemachte Sache zu sein scheint?

Anscheinend ja. Schließlich regelt das Spiel von Angebot und Nachfrage auch beim Gold den Preis. Und weil die Nachfrage schneller steigt als das Angebot, wird das Metall teurer. Gerne angeführt werden in diesem Kontext Indien und China. Dort mehrt sich der Wohlstand und im selben Maß die Begehrlichkeit nach Statussymbolen, nach golden schimmerndem Schmuck etwa, oder – ganz banal – nach Barren für den heimischen Tresor.

China etwa: Der Absatz von Goldbarren beim Edelmetallhändler Zhongjin Gold Cooperation legt seit Mitte 2007 um 50 Prozent monatlich(!) zu. Oder: Beim Pekinger Goldhändler Caishikou standen zum Jahreswechsel hunderte Menschen Schlange, um einen Goldbarren mit spezieller Prägung anläßlich des neuen Jahrs der Ratte zu ergattern. In 90 Minuten wurden über 200 Kilogramm Gold verkauft. Landesweit soll es inzwischen eine Million Goldanleger geben, die Investoren am brandneuen Shanghaier Markt für Goldfutures, dessen Handel am 9. Januar aufgenommen wurde, sind darin noch gar nicht berücksichtigt. Jedenfalls wird dort bereits so manisch gehandelt wie schon an den chinesischen Aktienmärkten: Am Tag der Eröffnung erreichte der Future innerhalb weniger Minuten das Limit von maximal 10 Prozent Kurssteigerung täglich.

Den kompletten Artikel lesen Sie am 24.2.2008 in der neuen EURO am Sonntag

Eine Reaktion zu “Goldrausch”

  1. BluemelM

    Artikel ist jetzt auch online!

    http://www.finanzen.net/eurams/archiv/berichte_detail.asp?pkBerichtNr=156784

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