Jahr der Ratte
Ich muss noch einmal auf das chinesische Neujahrsfest eingehen und auf das jetzt beginnende Jahr der Ratte. Vorgestern hatte ich ja bereits geschrieben, dass es aus Börsianersicht schwierig werden könnte. Dazu jetzt noch etwas mehr. Da gibt es nämlich den Sterndeuter Tony Tan vom Harmony Astrology Centre in Singapur. So sieht er aus:
Tan nutzt seine Fähigkeiten auch für Börsenprognosen: Vor zwölf Monaten hat Tan seinen Kunden Höchstkurse an den asiatischen Aktienmärkten vorausgesagt. Zu Recht. Im Jahr des Schweins verdiente man gutes Geld.
Jetzt aber, im Jahr der Ratte, werden die Kurse fallen, prognostiziert der ehemalige Broker von DBS Securities. „Investoren müssen geschickt wie die Ratte sein, um zu bestehen“, sagt Tan. Es werde ein sehr „wettbewerbbetontes“ Jahr. Grund: In diesem Jahr trifft das Sternzeichen der Ratte zusammen mit dem Element Erde – eine von Natur aus instabile Kombination. Soso …
Die Vorzeichen scheinen Tan recht zu geben. Das Ende des Schweine-Jahres war geprägt von starken Kursverlusten … Tan meint aber, dass die Märkte im April die Talsohle erreichen. Vermutlich aber eher Ende April, es sei nämlich ein „gefährlicher“ Monat für die Aktienmärkte.
Wem das zu überirdisch ist: hier ein weltlicher Kommentar zum Zustand der chinesischen Börse:
„Wir bleiben in China defensiv positioniert und legen dabei den Schwerpunkt auf Infrastruktur-, Straßenbau-, inländische Konsum- und Telekommunikationstitel, aufgrund ihrer Gewinntransparenz. Angesichts des jüngsten Kurssturzes sehen auch Banken interessanter aus, die bei einem Anziehen des Kreditwachstums wahrscheinlich profitieren werden. Hingegen halten wir unsere Untergewichtung bei Versicherungswerten, da der Markt für A-Anteile aufgrund eines anstehenden Angebotsstroms in diesem Jahr kurzfristig anfällig erscheint.“ (Louisa Lo, Leiterin Asia Equities bei Schroders)
Das ist etwas verklausuliert, oder? Ich interpretiere es aber als ein „Vorerst-Finger-weg“. Und das sagt der Sternengucker ja auch.










Am 10. Februar 2008 um 19:07 Uhr
Sehr interessanter Artikel.
Da ich selbst in Bangkok lebe, wo es immerhin rund 1 Million Chinesen gibt, kenne ich mich mit der Mentalität und dem Aberglauben chinesischer Geschäftsleute an sich recht gut aus.
Ob das Jahr der Ratte für die eher schlechte Gesamteinschätzung der Situation in diesem Jahr veantwortlich zeichnet mag ich nicht zu beurteilen. Ich denke, dass hier der Taktgeber USA die wichtigere Rolle spielt als Schweine und Ratten.
Am 13. Februar 2008 um 11:11 Uhr
Das gerade begonnene chinesische “Jahr der Ratte” hat den Preis für Hamster in der Volksrepublik nach oben schnellen lassen. “Die Leute wollen jetzt alle rattenähnliche Haustiere”, sagte Online-Hamsterhändler Yi Xiaoran. “Ich habe mindestens doppelt so viele Kunden wie vor Beginn des neuen Jahres.” Vor Anbruch des “Jahrs der Ratte” war ein Hamster in China schon für umgerechnet 48 Euro-Cent zu haben, inzwischen hat sich der Preis jedoch um das Sechsfache erhöht, wie chinesische Medien berichten.
Allerdings wurden auch schon Warnungen vor den plüschigen Nagern laut: “Hamster und andere Nagetiere haben äußerst scharfe Zähne, und sie können auch Tollwut übertragen”, hieß es bei der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.