Japanische Verhältnisse

Was mir übers Wochenende so in den Sinn kam: Mit ihren aggressiven Zinssenkungen erinnert die amerikanische Fed doch fatal an die japanische Notenbank in den 90er-Jahren. Erinnern Sie sich? Die japanischen Interventionen sorgten letztlich dafür, dass die maroden Banken ihre Verluste jahrelange verstecken konnten. Ein Schrecken ohne Ende.

Besser wäre gewesen, durch sofortige und heftige Abschreibungen reinen Tisch zu machen. Auch wenn das schmerzhaft für viele Beteiligte geworden wäre. Stattdessen hielt man still und Japan versackte mehr als ein Jahrzehnt in der Deflation.

Auch die zahlreichen Konjunkturpakete der ebenso zahlreichen Regierungen in Tokio brachten keine Wende (es müssen Fantastilliarden an Yen gewesen sein). Eine Erfahrung, die wenig Hoffnung macht, dass die Bush’schen Steuergeschenke in den USA greifen werden. Das Problem dort ist ja keine Liquiditätskrise, sondern eine „Solvency-Crisis“ der Banken: Eine Ausweitung der Liquidität verpufft daher, wenn keiner da ist, der sie abnehmen kann.

Das stimmt mich nicht froh. Auch nicht, dass auf „n-tv“ gerade ein Banker zu Wort kommt, der am Aktienmarkt eine Chance auf 40 Prozent Plus sieht. Na, soll er kaufen. Er wird’s schon sehen – das Schlimmste kommt erst noch.

(Nein, heute keine Karrikatur und kein Chart. Bin zu übellaunig. Muss wohl mal ein paar Runden um den Block!)

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