Finger weg von Hinterwäldler-Fonds

Klassischerweise arbeiten Fondsmanager in Finanzmetropolen wie Frankfurt, London, New York oder Hongkong. Doch seit einigen Monaten kommen immer mehr Produkte auf den deutschen Markt, deren Manager in landschaftlich reizvollen, aber weitestgehend unbekannten Orten wie Holzgerlingen, Schonungen oder Buseck sitzen. Dahinter stecken einheimische Vermögensverwalter, die sich erstmals als Fondsmanager versuchen.

Seit Sommer 2007 haben rund 40 Vermögensverwalter ihr Debüt als Fondsmanager gegeben, weitere stehen kurz davor. Der Hauptgrund für diese Welle ist die nahende Abgeltungssteuer: Nach jetzigem Stand müssen Anleger alle Kursgewinne aus Wertpapieren, die sie nach 2008 gekauft haben, ab Januar 2009 pauschal mit 25 Prozent versteuern. Bei Umschichtungen im Fondsmantel bleiben die Erlöse dagegen steuerfrei.

Daher gießen viele Vermögensverwalter ihre bestehenden Kundendepots nun in Fonds, um ihre Anleger vor der Steuer zu schützen. Gleichzeitig wirbt die deutsche Fondsbranche für Produkte mit Vermögensverwaltungs-Charakter, bei denen die Manager je nach Marktlage in Aktien, Renten, den Geldmarkt und sonstige Anlageklassen investieren können.

Der Haken dabei ist: Die Fondsmanager-Debütanten sind genauso unbekannt wie die Orte, aus denen sie kommen. Die Jahre, die sie als Finanzberater arbeiten, kann man meist an einer Hand abzählen. Zuverlässige Daten zur bisherigen Wertentwicklung und Schwankungsanfälligkeit der zugrunde liegenden Depots gibt es in der Regel nicht. Als sei das nicht genug, verlangt die Mehrheit der frisch gebackenen Fondsmanager Erfolgsprämien von 10 bis 15 Prozent, sobald sie auch nur etwas höhere Renditen als ein Tagesgeldkonto erwirtschaften.

Warum sollten Anleger in solche Produkte investieren? Schließlich gibt es genug flexible Mischfonds mit beachtlichen Historien und ohne Erfolgsgebühren. Welche das sind, lesen Sie übermorgen in Euro am Sonntag. Und auch langjährig überdurchschnittliche, global investierende Aktienfonds eignen sich für Langzeit-Investitionen gegen die Abgeltungssteuer. So haben sich der Lingohr-Systematik-LBB-Invest, Star Cap Priamos und M&G Global Leaders Fund bereits in unterschiedlichen Marktphasen bewährt.

2 Reaktionen zu “Finger weg von Hinterwäldler-Fonds”

  1. David

    Ich will nun zum ersten Mal investieren und bin auf https://aktionen.cortalconsors.de/fondstastisch/fondsuebersicht.html?mkz= aufmerksam geworden. Kann man etwas von dieser Liste empfehlen? Würde mich über Resonanz freuen!

  2. BluemelM

    Laut Consors sind die ja alle “fondstastisch”. Hehe …
    Zunächst mal sollten Sie wissen wie lange sie anlegen wollen und/oder wie schmerzempfindlich Sie sind!
    Auch auf die Abgeltungssteuer, die ab 2009 gilt, sollte man schielen …
    Hilfreich sind in einem zweiten Schritt dann Fonds-Noten, wie etwa die von EURO am Sonntag oder von Morningstar oder Feri.
    Je nach Summe ist Diversifizierung ein guter Ratschlag …
    Das mal so als ersten (zweiten, dritten) Tipp!
    Wirklich empfehlen (ich meine eine individuelle Empfehlung) darf ich aber nicht. Bin ja “nur” Journalist und nicht Anlageberater …

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