Der Bär von Eschnapur
Was für ein Land. Indien. Die Wirtschaft wächst jährlich um acht bis zehn Prozent, monatlich werden sechs Millionen neue Handyverträge abgeschlossen, und täglich erblicken 36 000 Inder das Licht der Welt. 1,1 Milliarden Einwohner hat Indien, Morningstar schätzt die Kaufkraft auf umgerechnet vier Billionen Dollar. Was für ein Land.
Und was für Börsengewinne. Der Leitindex Sensex stand Ende 2002 noch bei 3900 Punkte, vor wenigen Tagen erreichte er 20 000 Zähler.
Und jetzt das! Sanjiv Duggal rät seinen Anleger, das Geld aus Indien abzuziehen und lieber anderswo zu investieren. Na sowas! Duggal ist doch der personifizierte indische Börsenheld, der Maharadscha der Geldverwalter, der Tiger von Eschnapur, Mastermind der Fondsmanager, Großinvestor. Auch Blümel war bis vor kurzem noch in seinen acht Milliarden Dollar schweren HSBC-Indien-Fonds investiert (unter argwöhnisch-ungläubiger Beobachtung der Schwiegernmutter in spe). Und jetzt das! Verkaufen sollen wir. Wer einen anderen Fondsmanager dieser Ratschlags-Couleur kennt, bitte melden.
Duggal meint, die Aktien seien zu teuer, die Anleger orientierten sich nicht mehr an Gewinnen und Nachrichten sondern an „Träumen“. Indisches Wolkenkuckucksheim. Bei 24 liegt das Kurs-Gewinnverhältniss, das ist höher als bei den Nachbarn, Hongkong wird mit einem KGV von 20 bewertet, Korea mit 15 (dort war doch neulich Uns-Warren!). Duggals größte Sorge ist die Gewinndynamik. 30 Prozent jährlich wuchsen die Profite in den vergangenen Jahren im Schnitt, in den kommenden drei Jahren könnten es nur zehn bis 15 Prozent sein. Zu wenig, um die aktuell hohe Bewertung zu rechtfertigen, findet Duggal – „Die Kurse werden sinken.“
Und sonst? Links zum Selberstaunen!
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