Arabische Ritter

25 Milliarden Euro haben Fonds aus dem Nahen Osten und Asien dieses Jahr in europäische und amerikanische Finanz-Unternehmen gesteckt. Also in genau die Aktien, die europäische und amerikanische Anleger seit Monaten meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ja sind die denn verrückt geworden, die Araber und die Asiaten?

Und ist der Warren Buffett auch verrückt geworden? Der steckt bis zur Halskrause in Wells Fargo. Zu dumm, daß der Hypothekenfinanzierer jetzt 1,4 Milliarden Dollar „Sonderbelastung“ verkraften muss. Da fällt die Aktie natürlich.

Somebody’s terribly wrong here. Araber, Asiaten und Buffett auf der einen Seite, die Skeptiker auf der anderen. Die Abu Dhabi Investment Authority jedenfalls ist nicht doof und lässt sich den Citigroup-Deal mit elf Prozent Zinsen versüssen. Was zeigt, wie tief die Bank in der Grütze steckt und wie groß gleichzeitig das Vertrauen der Araber ist, dass das Unternehmen wieder in die Erfolgsspur zurückfindet.

Andere werden es den Abu Dhabis nachtun. „There will be more such investments“, sagt Giyas Gokkent, Chef-Analyst bei der National Bank of Abu Dhabi und fabuliert von morgenländischen Weißen Rittern, die die Finanzwelt des Abendlandes retten soll. Ist das jetzt nur bizarr oder schon absurd? Ach, vergessen wir mal die überkommene Analogie zu den Kreuzzügen des Mittelaters …

Die Golf-Staatenfonds jedenfalls sitzen auf 1,2 Billionen Dollar (das sind viele Nullen! 1 200 000 000 000). Das muss schon eine Last sein, die anzulegen. Im November noch befand beispielsweise die Investment Corporation of Dubai die kriselnde Citigroup und die kriselnde Merrill Lynch für zu teuer. Dubais DIFC Investments wiederum beteiligte sich bereits früh im Jahr an der Deutschen Bank. Und musste Kursverluste hinnehmen. Und jetzt? Der wahnsinnige Jim Cramer tippt auf JPMorgan Chase und American International Group

Dann sollen sie mal kommen und uns Ungläubige raushauen aus dem Finanz-Schlamassel, die arabischen Ritter. Ist das jetzt nur bizarr oder schon absurd?

Und sonst? Links zum Selberstaunen!

Aufschwung der deutschen Industrie ist intakt.
Trotzdem sparen wir bei den Weihnachtsgeschenken.
Darum auf nach Island.
Oder in die USA. Wohneigentum darf man dort jetzt durchaus als „günstig“ bezeichnen!

S&P/Case-Shiller Home Price Index

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