Holländisches Decoupling

Holländer kommen schon mit Wohnmobilen auf die Welt. Das ist bekannt. Amerikaner fahren aber genauso gern damit rum. Das ist weniger bekannt. Vielleicht weil sie den Fahrzeugen den eigenwilligen Oberbegriff Recreational Vehicle, kurz RV, verpasst haben und sie von Firmen mit den eigenwilligen Namen Winnebago, Monaco Coach oder Thor bauen lassen. Die kennt in Europa nun wirklich kaum einer. Und man stelle sich einen Holländer mit einem Thor-Wohnwagen vor. Der Hammer!

Thor

Trotzdem sind die RVs wichtig. Für manche sind sie nämlich eine Art Konjunktur-Indikator. Nach einer Studie der University of Michigan werden kommendes Jahr rund fünf Prozent weniger Thors und Winnebagos verkauft. Zuletzt gab es 2001 einen Rückgang. Und damals folgte bekanntlich ein Abschwung.

Nun gut. Dann müssen eben die Holländer über ihren Schatten springen und ausnahmsweise mal einen Thor kaufen. Dann klappt’s vielleicht auch mit dem Nachbarn. Das wäre dann auch so eine Art Decoupling vom amerikanischen Abschwung.

Und sonst? Links zum Selberstaunen!

Abu Dhabi kauft sich bei Citigroup ein, Virgin bei Northern Rock.
Nur noch eine Frage der Zeit, bis die Deutsche Bank und Allianz an der Reihe sind?
Dubai kauft sich bei Sony ein.
Die „Bild“ rügt Sarkozy und vergisst, dass die 12 Milliarden Euro für Airbus auch Deutschland zu Gute kommen.
Der BDI rügt Merkel und vergisst, dass die Kanzlerin jüngst mit einer Horde deutscher Unternehmer in China war.
Sanio rügt die deutschen Banken und vergisst, dass diese weltmeisterlich Restschuldversicherungen verkauft haben.
Enzensberger wird Kapitalist!

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