Randnotiz
Zugegeben, ich habe es zunächst überlesen. In deutschen Zeitungen war es nur eine Randnotiz. Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) kauft sich für umgerechnet 3,7 Milliarden Euro zu 20 Prozent bei der Standard Bank of South Africa ein. Klingt wenig spektakulär, ist aber ein greifbares Indiz für ein Phänomen, das uns sonst nur in recht nackten Zahlen serviert wird: Immer mehr Unternehmen aus den sogenannten Schwellenländern investieren „cross border“. Zu einem Großteil in anderen Schwellenländern.
Seit 1990 nahmen Auslandsinvestionen (FDI) jährlich um zehn Prozent zu. Davon ging doppelt so viel in die Emerging Markets als in entwickelte Länder. Mit dem Resultat, dass 2007 von allen Auslandsinvestitionen 50 Prozent in Schwellenländer fließen – 1990 waren es nur 20 Prozent.
Das Schöne daran: die Weltwirtschaft hat dadurch nicht nur einen Motor, sondern mehrere. Gleichzeitig kommen Regionen in den Genuss ausländischen Kapitals, die bisher sträflich vernachlässigt wurden. So war das ICBC-Investment das bisher größte chinesische Auslandsinvestment überhaupt und gleichzeitig das größte ausländische Investment in ein afrikanisches Unternehmen.
Die mehrmotorige Weltwirtschaft hat dadurch auch den Vorteil, regionale Schocks besser zu verkraften. Das Immobilenproblem der USA beispielsweise hat bisher keine nennenswerten Auswirkungen auf Asien. Stichwort Decoupling (ein Thema das aber durchaus konträr dsikutiert wird!).
Und sonst? Der steigende Ölpreis macht Amerikaner schlanker. Freakonomics!








