Essen verursacht Klimawandel (?)
„In Deutschland gehen bis zu elf Prozent des vom Menschen verursachten Klimawandels auf das Konto der Landwirtschaft. Weltweit ist der Anteil mit 14 Prozent sogar noch höher“ ist einer aktuellen Meldung des WWF zu entnehmen. Gemeint ist offenbar, dass elf (bzw. 14) Prozent, der als Klimawandelverursacher verdächtigten Gasemissionen, der Landwirtschaft zuzurechnen sind.
Nach Angaben der Studienautoren von der Berliner Humboldt Universität sind besonders Kühe üble Klimaschädlinge. Die Abgase einer Milchkuh entsprächen denen eines Kleinwagens, der 18.000 Kilometer im Jahr gefahren werde. Die Rindviecher emittieren vorzugsweise Methan, das als 21-mal so schädlich gilt wie das populäre CO2. Umgerechnet in Lebensmitteleinheiten ergebe sich, dass beispielsweise der Verzehr von 100 Gramm Käse den gleichen Klimawandeleffekt habe wie eine Autofahrt von sieben Kilometern.
Da bleibt sicher dem einen oder anderen der Bissen im Hals stecken. Bisher eckte man vielleicht schon bei Kollegen oder der Familie wegen des intensiven Geruchs beim Verzehr von Limburger, Harzer oder extrem reifen Camenbert an. Jetzt is(s)t man auch noch ein(en) Klimakiller!
Die Autoren der Studie schlagen Emissionssteuern vor, um klimawandelrelevante Lebensmittel zu verteuern. Bei der Aussicht wiederum dürfte dem Funktionärs- und Polit-Establishment das Wasser im Munde zusammenlaufen. Der Bürokratentraum: Erhebung von Essenssteuer – parallel dazu ein Feuerwerk an Subventionen für Bauern. Danach – wegen der sozial unerträglichen Belastung aus der Essenssteuer – heillos komplizierte Umverteilungen zugunsten wahlrelevanter Gruppen.
Anleger sollten angesichts dieses Szenarios – wie immer – kühl bleiben. Klima, Wahlstimmenkauf und Bürokratie sind bei den Angelsachen schon zu einem Anlagethema mit eigenem Kürzel geworden: ESG (environmental, social and governance)- Investments kommen gerade in Mode.









Am 7. November 2007 um 15:22 Uhr
Das ist schon immer wieder lustig zu lesen mit den Kühen. Wobei ich mir die Auswirkungen nicht so drastisch vorgestellt habe.
Meine Meinung zur Emmisionssteuer ist ähnlich:
Ein bereits subventionierter Sektor, der ohne Unterstützung nicht bestehen könnte, benötigt keine Steuer. Das produziert nur Verwaltungsaufwand.
Fragen sollten wir uns sowieso mal, inwiefern es sich noch in Deutschland lohnt Agrarwirtschaft zu betreiben.