Volksverdummung

„Die Notenbanken haben die Welt mit billigem Geld überschwemmt – und damit die Wohlhabenden noch wohlhabender gemacht. Jetzt droht die Inflation. Und das macht die Armen ärmer.“ So steht’s bei „Spiegel Online“. Doch hier irrt die Qualitäts-Publikation. So wie viele andere Medien, die derart strotzen von Berichten über „gefühlte Inflation“ und teurem Euro, es könnten einem die Tränen in die Augen steigen.

Zeit also für die Wahrheit (und ich bediene mich hier gerne beim Kollegen Conrad und der €uro am Sonntag-Titelgeschichte vom vergangenen Sonntag):

  • Was wir registrieren, ist ein Anstieg der Preissteigerungsraten, das ist aber noch nicht gleichbedeutend mit einer Inflation.
  • Die Preissteigerungen sind Ausdruck eines anhaltend starken Wirtschaftswachstums weltweit.
  • Die aktuellen Preise für Öl und Nahrung sind genau das, was sie sein sollen: Anzeiger von Knappheiten. Wenn Güter knapp werden, müssen sie teurer werden.
  • Inflation dagegen bedeutet, dass die Preise ihre Funktion als Anzeiger von Knappheiten verloren haben.
  • Die Schlüsselrolle bei einer echten Inflation sind die Löhne. Ohne Lohn-Preis-Spirale keine Inflation. Aber die ist weit und breit nichts zu sehen.
  • Inflationsrisiken sind regional und nicht global. Am höchsten sind sie in einigen der ­boomenden Schwellenländer. In einigen der großen Industrie­länder dagegen ist der Höhepunkt bereits überschritten.

Und jetzt kommt’s ganz dicke, liebe Leute bei „Spiegel Online“: Fast überall auf der Welt wächst die Produktivität schneller, als die Löhne steigen. Und das bedeutet: Fast alles wird billiger!

Und sonst? Investiert bleiben. Deutsche Bank überzeugt!
Und sonst noch? „Die anonymen Manager hinter den Glitzerfassaden der großen Banken…“ (Quelle: „Spiegel Online“). Ohne Worte!

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