Schwarzer Montag

Fürchterlicher Tag heute. Nein, nicht weil mein Urlaub zu Ende ist. Und auch nicht, weil ich als der echte Blümel wieder hier schreiben darf. Nein, das fürchterliche bezieht sich auf heute vor 20 Jahren. Den Schwarzen Montag 1987. Der Dow Jones verlor damals 508 Punkte an einem einzigen Tag, das waren 22,6 Prozent. Einen derartig heftigen Einbruch hatte es zuvor noch nie gegeben. Und danach ebenfalls nicht mehr.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran. 17 war ich, dünn wie ein Hering, Schüler in einer amerikanischen Highschool und Gast bei einer amerikanischen „Host-Family“. Im TV lief CNN und die staunende und zunehmend überwältigte bis verzweifelte Reporterin Jan Hopkins berichtetet live vom Bröckeln an der Wall Street. Blümel hatte darauf nichts besseres zu tun als beim bis zur Halskrause in US-Aktien investierten Kleinanleger-Papi anzurufen, die schlechten Nachrichten zu übermitteln, und ihn gleichzeitig um 150 Dollar Extra-Taschengeld anzupumpen … Ohne Worte.

Mein lieber Herr Vater tat darauf das, was ihn in seinem Börsianer-Leben am meisten auszeichnete. Er blieb ruhig, verkaufte nicht, sondern legte sogar noch eine Schippe drauf. Ich glaube Xerox-Aktien … Und dem Junior überwies er 150 Dollar. Recht so: bis Ende des Folgejahres stand der Dow nämlich 25 Prozent höher als am Ende des Schwarzen Montags. Und Junior hatte die 150 Dollar für so wichtige Dinge wie Schallplatten und Burger verjuxt.

20 Jahre ist das also her, ein schönes rundes Jubliäum. Aber mehr auch nicht. Nonsens, wer eine Wiederholung der 87er-Ereignisse prophezeit! Nichts, aber auch gar nichts ist heute noch so wie damals. Oder haben wir Zinsen von über zehn Prozent? Oder sind die USA immer noch unangefochtene Wirtschaftsmacht Nummer 1?Außerdem wissen wir heute, dass die Jungs von der Notenbank Fed das Richtige und Angemessene tun. Damals war das nicht so klar, Alan Greenspan hatte sein Amt gerade erst angetreten, und so recht konnte man den Kauz zu der Zeit nicht einschätzen (allerdings handelte er nach dem „Black Monday“ richtig und senkte den Leitzins).

Einzig ein massiver „geopolitischer Schock“ könnte mich Lügen strafen. Ein US-Angiff auf den Iran etwa … was meinen Sie wie schnell das Faß Öl dann bei 100 Dollar wäre?!

Aber ich bin ja Optimist (auch wenn mich einer der zynischen Kollegen als Sarkast bezeichnet… tssssssss). Und wenn Sie es genau wissen wollen: ich bin long im Dax, short Dollar und long Gold … alles schon seit längerer Zeit. Daran werde ich auch trotz Black Monday-Jubiläum nichts ändern.

Und sonst? Ich wollte Sie eigentlich mit einem Urlaubsfoto beglücken. Das gibt’s aber jetzt doch erst morgen. Drei Wochen „Dolce Vita“ haben offensichtlich zu einer relativen Vergesslichkeit geführt.

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