Klimaforscher uneinig
Das Thema Klima wird an den Kapitalmärkten ganz heiß gehandelt. Steht irgendwo „Klima“ mit dran, lässt sich fröhlich investieren. Selbst wenn man sich beim Kauf einer Aktie, eines Zertifikats oder eines Fonds mächtig vertan hat, weil einen die vielen hübschen Landschaft-mit-Sonne-Bilder auf den Prospekten so geblendet haben, dass man die fundamentalen Risiken oder Fehler des Investments übersah – macht ja nichts. Mach ich keinen Gewinn, gewinnt wenigstens die Umwelt.
Doch ist das wirklich so? Ist der globale Klimawandel eine sichere Sache? Und ist der Trend, dass weltweit die Temperaturen steigen, wirklich vom Menschen verursacht? Klar, an der Börse heißt es „the trend is Your friend“. Aber wohin das mit den Schlagwörtern im Depot führen kann, kennen wir nur allzu gut von beispielsweise „Bio“ oder „Nano“.
Aber bitte, jetzt nicht gleich die Verkaufsorders losschicken! Ich wollte Sie ja nur ein wenig sensibilisieren für das Thema. So wie die Kollegen von der „Welt“. Die präsentieren heute eine Umfrage unter deutschen Klimaforschern. Das erstaunliche Ergebnis: Die 133 Experten sind sich äußert uneinig darüber, dass der Klimawandel überhaupt und vor allem genauso wie von Kanzlerin Angela Merkels Chefklimaeinsager Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimaforschung kommen wird.
Eine relativ große Übereinstimmung fand sich immerhin in der Überzeugung, dass es sinnvoller ist, sich auf die Folgen eines Klimawandels einzustellen, als das zu tun, was Politiker so gerne machen: Regulierungen, Verbote, Subventionen oder Gesetze zur Verhinderung des Klimawandels zu beschließen. Staatliche Eingriffe können – und das ist die eigentliche Quintessenz der Umfrage – also Märkte beeinflussen, belasten, ja sogar zerstören, aber nicht einen Klimawandel aufhalten, wenn er denn kommt. Uns als Anleger kostet der blinde Aktionismus der Politik aber viel Geld. Denn die Unternehmen müssen so ihr Kapital (also unseres) für von der Politik gewünschte Dinge ausgeben, anstatt in die Entwicklung zukunftsfähiger Produkte zu investieren.
P.S.: Es ist immer schön, wenn man Recht bekommt. „Mehr Netto vom Brutto ist das Gebot der Stunde“, fordert heute der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle. Nicht so knackig, dafür konkreter formuliert Gerald Weiß, Chef der CDU-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, die Reaktion auf den „Nettolohn-Skandal“: „Um die Kaufkraft der Beschäftigten und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern, sollte der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf 3,5 Prozent gesenkt werden.“ Alles nachzulesen bei den Kollegen von der „Bild“. Und auch beim SPIEGEL wird das Thema nun eifrig diskutiert.








