… über Japan

Ist das jetzt ein Rückfall in alte Zeiten und Verhaltensmuster? Japans Premier Shinzo Abe legt sein Amt nieder, nach zahlreichen Minister-Abgängen und höchst spröder Amtsführung. Oh Tenno! Das hatten wir doch schon in den 90er-Jahren: Da folgte Kiichi auf Toshiki, darauf Morihiro, Tsutomu, Tomiichi, Ryutaro, Obuchi und Yoshiro. Einer erfolgloser als der andere, allesamt hilflose Begleiter des japanischen Abschwungs. Die „verlorene Dekade“ war auch ein Jahrzehnt verfehlter Politik.

Es folgte Junichiro Koizumi, der es – vor allem auch dank fähiger Minister in den Schlüsselressorts – schaffte, den Abwärtstrend zu stoppen. Fast drei komplette Amtszeiten hielt Koizumi durch, mehr lässt die Verfassung nicht zu.

Und dann Abe. Eigentlich ein Hoffnungsträger, Zögling Koizumis… Aber das war wohl nichts! Oh Tenno, wenn Du könntest, dann gib uns doch den Koizumi wieder!

Für die Börse ist der Abgang Abes zunächst schlecht. Der Ausländeranteil am Kabutochu liegt bei 30 Prozent! Und wenn im Land Unruhe ist, verkaufen die gnadenlos und ohne Rücksicht auf Bewertungen.

Dabei wären Japan-Aktien günstig wie lange nicht, das KGV liegt bei 16. Auch aus antizyklischer Sicht kann man argumentieren – Japan ist die schlechteste Assetklasse seit einiger Zeit. Das war in den vergangenen Jahren immer ein guter Zeitpunkt, um einzusteigen. 2003 und 2005 sind gute Beispiele. Also mal sehen, wer Abe beerbt. Und wie der im Ausland ankommt.

Und sonst? Der Dollar notiert auf neuem Rekordtief zum Euro!

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