… in New York, Teil 2

In den USA genießt man den Ruhestand “aktiv”: Die Rentner arbeiten. Fast die Hälfte (!) der Ruheständler verdienten sich Dollars dazu, schätzt Gary Montesano (Foto) von der Unternehmensberatung Mercer Consulting. Sie tun dies weniger aus Freude am Tun, als aus schierer Notwendigkeit. Die Amerikaner haben zu wenig für ihre Altersvorsorge zurückgelegt.

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Eine Parallele zu Deutschland, die umso erstaunlicher ist, als dass die USA bei uns oft als positives Beispiel für private Altersvorsorge genannt werden. In einigen Aspekten mag das stimmen: Es wird mutiger in Aktien oder Aktienfonds angelegt, die Geldvermögen bringen so im Schnitt 2,5 Prozentpunkte mehr Rendite als in Deutschland, und die kapitalgedeckte Vorsorge nimmt (im Gegensatz zu uns) bereits die Hälfte der gesamten Alterssicherung ein.

In “real money” allerdings, in Dollar und Cent ausgedrückt, sind unsere Freunde aus Übersee offensichtlich genausowenig vorbereitet auf würdiges Ergrauen, wie wir selbst. Vor allem die sogenannten “Baby Bommers”, die geburtenreichen Nachkriegsjahrgänge, die inzwischen schon auf die 60 zugehen, waren zu nachlässig. “Die Hälfte dieser Generation hat weniger als 50 000 Dollar auf der Seite”, erklärt Michelle Morey (Foto) vom Geldverwalter Prudential. Das macht allein also schon ungefähr 30 Millionen Amerikaner mit schlecht gefüllten Taschen und einem akuten Problem.

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Es muss also möglichst schnell möglichst viel Geld her, um a) den Lebensstandard nicht herunterfahren zu müsen oder b) sich den nicht ohnehin schon vom Arbeitsleben gekrümmten Rücken weiter zu ruinieren. Für manche kommt diese Erkenntnis jedoch schon zu spät (siehe erster Abatz) und andere haben sich beim Erreichen des Ziels mit Immo-Spekulationen verhoben - womit der Bogen zur aktuellen Kreditkrise gespannt wäre. 

Letztlich  - und das ist eine “simple truth”, wie Expertin Murray sagt - muss mehr Geld an die Börse, mehr Geld in Aktien gesteckt werden, um die Versorgungslücke zu schließen. Das gilt für Deutsche wie für Amerikaner. Dass dafür bei vielen, gerade den “Baby Bommers” jedoch die Basis fehlt, oder die Zeit zu knapp geworden ist, scheint ebenfalls eine “simple truth” zu sein.

Und sonst? Bei McDonalds um die Ecke nimmt eine grauhaarige, etwas zittrige Lady die Bestellungen entgegen. Aktiver Ruhestand offensichtlich. Gesehen in (nein, nicht in New York!) München-Haidhausen …

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