… über Geld aus Asien

Während wir (im Westen) noch hadern und grübeln, wie schlimm wohl die US-Finanzkrise für das Geschäft mit Übernahmen und Fusionen wird, handeln andere (in Fernost) einfach. Unternehmen aus Asien übernehmen Unternehmen aus den USA. Wir reden von Milliardendeals, in Summe so viel wie nie zuvor.

Fusionen im Gesamtwert von 16 Milliarden Dollar wurden in den ersten acht Monaten des Jahres gestrickt (Chinas Blackstone-Investment ist da noch gar nicht mitgezählt). Zum Vergleich: 2006 waren es insgesamt nur vier Milliarden. Und daß obwohl damals die Welt ja noch in Ordnung war.

Aber vielleicht ist die Welt 2007 ebenfalls in Ordnung, oder zumindest in besserer Verfassung, als Untergangsfanatiker uns Glauben machen wollen.

Die Asiaten nützen den (noch?) schwachen Dollar, die niedrigen Unternehmensbewertungen, den Cash in ihren sauberen Bilanzen. Und sie expandieren, weil es notwendig ist. Wer ausländische Märkte erschließen will, muss zwangsläufig irgendwann auch vor Ort präsent sein. Der banalste aller Gründe letztlich ist die Überzeugung der Unternehmenslenker, dass ihre investierten Dollars in Zukunft ordentlich Rendite bringen. Weil die Welt nach 2007 immer noch intakt sein wird.

So kauft sich also Taiwans Computerbauer Acer bei Gateway ein. Und Singapurs Elektronikproduzent Flextronics beim Konkurrenten Solectron. Und Koreas Baumaschinenhersteller Doosan übernimmt Bobcat von Ingersoll Rand.

Geld ist also da.

So entstehen neue Global Player. Bei Acer etwa wird spekuliert, dass Lenovo (einst die IBM-Computersparte) auf dem Einkaufszettel steht. Acer wäre damit auf dem Sprung zum weltweit größten Computerhersteller, Dell und HP sind schon in Sichtweite.

Asien-Investments zu empfehlen, ist da fast müßig, oder?

Und sonst? Der Finanzinvestor J.C. Flowers ist Finanzkreisen zufolge an einem Einstieg bei der WestLB interessiert. Nur zu. Was würden die den Laden ausmisten!

2 Reaktionen zu “… über Geld aus Asien”

  1. Skeptiker

    Sicher - man kann sich die Welt schön reden, dann lässt es sich unbeschwerter leben. Oder aber man redet sie sich schlecht. Dann gilt man allerdings als Spielverderber. Und bei einem hastigem Blick über die Datenlage und beim Lesen dieses Blogs kommt man auch schnell zum Schluss: alles in Butter!

    Nehmen wir die Übernahmen: In Asien betrug der Wert aller Transaktionen bei denen asiatische Unternehmen übernommen wurden im Jahr 2006 rund 500 Milliarden Dollar. In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren es 362 Milliarden Dollar. Ein ähnliches Bild bei wesentlich höherem Volumen stellt sich in den USA dar (1,8 Billionen Dollar in 2006, 1,6 Billionen Dollar in den ersten sieben Monaten dieses Jahres). Also alles in Butter. Oder?

    Es sollte nicht vergessen werden, dass dies in einem Umfeld günstigen Geldes und nahezu unerchöpflicher Liquidität geschah. Hat sich nichts verändert? Das Wort \

  2. Skeptiker-Skeptiker

    a) sind viele Deals (die meisten bewegen sich ja unter der Milliardenmarke)in Asien cash über die Bühne gegangen.
    b)stehen M&A-Deals in Asien immer noch am Anfang. Die tasten sich ja eigentlich erst seit der Tata-Geschichte im letzten Jahr nach vorne.
    c) sind derzeit aufgeschobene M&A-Deals keine aufgehobenen.
    d) die derzeitige Krise ist keine fundamentale, sondern eine Vertrauenskrise. Und Vertrauen kommt wieder. Auch wenn es etwas dauern wird.

    Geld ist da. Definitiv!

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