… über Deutschbanker Ackermann
Das nennt man Kollegenschelte! Die wegen der US-Hypothekenkrise in Not geratenen Finanzinstitute (etwa dieses hier) sind nach Josef Ackermann selbst Schuld an ihrer Misere. „Dies ist vor allem ein Versäumnis des Managements dieser Häuser“, sagt der Chef der Deutschen Bank in einem Beitrag für das „Handelsblatt“.
„Ja, pfui, was erlaubt der sich“, schäumt jetzt sicher der eine oder andere öffentlich-rechtliche Geldverwalter.
Aber der Mann hat recht! Wir wissen, dass es so ist, wie Ackermann sagt. Aber dass es Deutschlands mächtigster Banker tatsächlich ausspricht, ist doppelt erstaunlich. Zum einen wäre diese Form der Kritik zu Zeiten der Konsens-verliebten Deutschland AG undenkbar gewesen. Und zum anderen darf das nur einer sagen, dessen Weste weiß ist. Makellos weiß. Und das ist der wichtige Part.
Ackermann betont, es stünden “offenkundig die Risiken, die manche Banken und Investoren eingingen nicht in einem angemessenen Verhältnis zur Größe und Risikotragfähigkeit dieser Akteure.“
Wir wissen, dass es so ist. Und weil es der Deutsche-Bank-Chef ausspricht, schließen wir daraus, dass die Deutsche Bank selbst demnach nur Risiken einging, die in einem angemessenen Verhältnis zur eigenen Größe und Risikotragfähigkeit stehen.
Stimmt’s? Wenn dem nicht so ist, dann hat sich Kollege Ackermann zu weit aus dem Fenster gewagt, und man kann ihn schon fallen sehen.
Für seine offenen Worte jedenfalls, bekommt Ackermann einen Pluspunkt (dem allerdings auch ein Minuspunkt gegenüber steht, wir erinnern uns mit Schaudern an seine „Schutzzäune für strategisch wichtige Wirtschaftszweige“).
Und sonst? Die Deutsche Bank ist heute eine der besten Aktien im Dax.
Und sonst noch? Andere merken es jetzt auch. Die Insider kaufen. Vor allem Finanztitel. Ein Fakt, der uns schon vergangene Woche gefiel.









Am 3. September 2007 um 17:15 Uhr
Vielleicht will Herr Ackermann nur ablenken? Vielleicht ist das seine Art eine Beruhigungspille zu verteilen. Andere sind da nicht so geschickt.
Minister Steinbrück etwa sagt: niemand, der sein Geld nicht in hoch riskante Geschäfte gesteckt habe, brauche sich Sorgen um sein Geld zu machen. Auch die Gefahr, dass der deutsche Aufschwung im Zuge der US-Hypothekenkrise stockt, sieht Steinbrück nicht.
Wer so redet, hat Grund dazu. Jetzt mache ich mir Sorgen. Steinbrück könnte sich Lektionen im Fach Redekunst von Ackermann geben lassen.
Am 3. September 2007 um 17:19 Uhr
gerade gelesen: Die in den Strudel der Immobilienkrise geratene IKB rechnet mit Verlusten von weit über einer halben Milliarde Euro. Von riskanten Investments will die Bank nun ihre Finger lassen.
Haha, selten so gelacht! Die IKB hat gelernt!
Am 4. September 2007 um 10:53 Uhr
Deutsche Bank bei 93,40!