Zins-Utopie

Es scheint ja schon beschlossene Sache zu sein: Die US-Notenbank Fed wird die Leitzinsen senken. Vielleicht sogar noch vor dem nächsten offiziellen Meeting im September.

So fordern, vermuten oder raten die Experten. Und die Europäische Notenbank soll doch bitte auch! Frau Lagarde beispielsweise macht sich dafür stark.

Die Börsen goutieren das und steigen bereits wieder in jenem Vor-Crash-Tempo, das einen schwindelig macht, und nachdenklich dazu. Dabei ist noch gar nichts beschlossene Sache!

Der Vorsitzende der Federal Reserve von St. Louis, William Poole, macht beispielsweise keinen Hehl daraus, dass er von einer Leitzinssenkung aber so gar nichts hält. Ist ja kein unwichtiger Mann, oder? Vielleicht hört man auf ihn.

Auf Greg Ip auch. Der Kollege vom „Wall Street Journal“ weiß so viel über Ben Bernanke und Kollegen, man könnte meinen, er säße auf deren Schoß. Und Ip schreibt: Federal Reserve officials are cautiously optimistic that the series of steps they have taken to stabilize markets have started to work. Many on Wall Street are more pessimistic, and believe the Fed will still have to cut interest rates sharply, perhaps starting in the next week or two. But as long …

Das Ende lässt Ip offen, man kann es sich aber denken …

Da ist doch immer noch diese lästige Sache mit der Inflation, und die liegt über der Fed-relevanten Marke von zwei Prozent. Zu gefährlich für Zinssenkungen.

Außerdem würde sich Bernanke doch sehr blamieren, wenn Zwangsjacken-Cramers Forderungen erfüllt würden (ich bekomme nicht genug von dem Clip!).

Und sonst? Das passende Foto zum Börsentempo, aufgenommen gestern in München (zum Vergrößern anklicken):

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Eine Reaktion zu “Zins-Utopie”

  1. Herman C.

    Das Handelsblatt schreibt:
    Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) werde die Lage auf seiner Sitzung am 6. September neu bewerten, sagte Trichet am Montag in Budapest. „Wir werden die Risiken abschätzen (…) und zu dem Zeitpunkt die geeigneten Schritte tun.“ Im August hatte Trichet noch gesagt, die Preisentwicklung mit „großer Wachsamkeit“ zu verfolgen.

    Mit dieser Wortkombination kündigt die Europäische Zentralbank (EZB) in der Regel eine Zinserhöhung für den nächsten Monat an. Diese geldpolitische Einschätzung von August sei noch vor Beginn der Marktturbulenzen geäußert worden, sagte Trichet.

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