Gehirn-Abfluss
Auch Amerikaner verstehen sich in der Kunst des Jammerns. Im Moment beklagen sie beispielsweise den „Reverse Brain Drain“, den „umgekehrten Gehirn-Abfluss“, oder besser übersetzt, die Abwanderung von Intelligenz. Grund sind striktere Immigrations-Gesetze, die etwa indische oder chinesische Einsteins dazu zwingen, nach erfolgreichem Studium in den USA in ihre Heimatländer zurückzukehren.
Das ist doch Jammern auf hohem Niveau! Immerhin zieht es ausländische Einsteins nach wie vor in Massen Richtung Vereinigte Staaten. Bevor es also zum beklagten Abfluss der Intelligenz kommt, erfreuen sich die Amerikaner am Zufluss. Netto geht da also auf jeden Fall nichts verloren. Beneidenswert.
Wohin sollen die Gehirne denn auch sonst fließen? Nach Deutschland etwa? Ich bitte Sie! 17 der welweit besten 20 Universitäten sind in den USA beheimatet. Die Basis für den „Brain Drain“ nach Amerika ist und bleibt gegeben. Und weil die Amerikaner (im Gegensatz zu uns Deutschen) dem Jammern gerne Taten folgen lassen, wird das Phänomen „Reverse Brain Drain“ schon nicht so schlimm werden.
Das Gehirn eines Freundes einer Bekannten eines Kollegen wird demnächst auch in einer US-Universität glühen. Im Caltech (Rang 6 auf der Top-Uni-Liste). „Die haben Kohle ohne Ende“, sagt der Kollege (und meint das gar nicht zynisch). Den Superhirnen fehlt’s an nichts. Laptops werden gestellt, die Wohnheime sind komfortabel, die Studenten werden gehätschelt. Samstags ruft schon auch mal der Prof an, „kommen Sie doch mal bitte rüber ins Institut, ich hab da so eine Idee“, heißt es dann …
Fremde Welten!
Und wissen Sie, warum das alles geht? Warum Bildung in den USA groß geschrieben werden kann? Warum die Universitäten Kohle ohne Ende haben? Weil dort das Leistungsprinzip gilt. Für Studenten wie Professoren. Und weil dort das Geld nicht vom Himmel regnet, sondern sich die Hochschulen ihr Geld an den Kapitalmärkten holen (klicken Sie mal bei David Swensen rein).
Und was hat das jetzt mit den Börsen zu tun? Das ist simpel: Bildung ist der Schlüssel. Bessere Universitäten bedeuten bessere Bildung, damit qualifizierte Arbeitskräfte, damit mehr Wohlstand, und damit in the long run auch höhere Aktienkurse. Das gilt für den ganzen Globus.
Und sonst? Um das Apple iPhone (zum Vergrößern auf das Bild klicken) exlusiv in Deutschland vertreiben zu dürfen, lässt sich T-Mobile über den Tisch ziehen. War ja nicht anders zu erwarten.
By the way: Was soll man von diesem 500-Dollar-Gadget halten, dessen Akku nur durch Einschicken des Telefons und Löhnen von 85,95 Dollar getauscht werden kann?
Ein typischer Fall von Geld- und Gehirn-Abfluss.









Am 24. August 2007 um 09:11 Uhr
Zwei private Buchempfehlungen zum Thema:
David Swensen “Proaktive Portfoliostrategien” für die, die mehr wissen wollen!
Und Dück “Lean-Brain-Management”, für die die das Gehirn als wichtig erachten