Geschäftsmodell Panik
Ist das jetzt dreist? Oder dumm? Oder gar clever? Die Leute von Kohlberg Kravis Roberts (KKR) machen aus der Panik – so kann man die Verkaufswut an den Börsen doch inzwischen nennen – ein Geschäft. 2,5 Milliarden Dollar will die Private-Equity-Gesellschaft gerade für einen Hedgefonds einsammeln, der den Banken Problemkredite abkaufen soll, also die Ursachen der Konfusionen. Das ganze zu Schnäppchenpreisen versteht sich.
Das ist pikant, weil nicht zuletzt Unternehmen wie KKR ein Synonym für Geschäfte auf Pump sind, und von mancher Seite für die Massen an faulen oder angefaulten Krediten mitverantworlich gemacht werden. Und es ist gerade noch einmal so pikant, weil KKR die 2,5 Milliarden Dollar auf bis zu 12,5 Milliarden hebeln will. Womit wir wieder beim Pump wären und uns staunend fragen, wer den cleveren Jungs in der aktuellen Situation denn das Geld leihen will?
KKR jedenfalls ist mehr als optimistisch und verspricht den Anlegern mit ihrem KKR Strategic Capital Fund Gewinne von mehr als 20 Prozent!
Trotz aller Panik – heute vor allem an Asiens Marktplätzen – gibt es also tatsächlich Leute, die da draußen vermeintlich „Werthaltiges“ finden. Von Warren Buffett habe ich ja schon gestern berichet. Hat die Stunde der „Contrarians“ also schon geschlagen? Oder darf es noch etwas mehr Panik sein?
US-Notenbanker William Poole zumindest geht davon aus, dass die Kredit-Turbulenzen keine echte Gefahr für das Wachstum der Wirtschaft darstellen. Von einer Zinssenkung will er daher nichts wissen – dem Herrn sei es gedankt. Noch einer, der kühlen Kopf behält. Was man von Hedgefondsmanager Jim Cramer nicht behaupten kann (Sehen Sie selbst. Unbedingt anschauen!).
Und sonst? Die Petrodollars fließen zurück. Etwa in die Luxusgeschäfte der Münchener Maximilanstraße. Warum sich also über teures Benzin echauffieren? Paparazzi Blümel zählte vorgestern mindestens 50 Prozent arabische Flaneure … (Zum Vergrößern der Bilder bitte anklicken)








