Ich kaufe Steine

Börsenkrise? Finanzkrise? Nur Angsthasen lassen sich davon beeindrucken. Denn wie wir wissen, gehört den Mutigen die Welt. Franka ist so eine Furchtlose. Sie ist fünf, hat einen blonden Schopf, der sie für Bullerbü qualifiziert, und sie ist geschäftstüchtig. Auf einem netten Münchner Grünflecken mit Café und Liegestühlen (wo genau das ist, wird nicht verraten) will sie ein Geschäft mit mir machen.

„Ich verkaufe Steine“, sagt sie und hält mir welche vor die Nase. Ein Euro pro Kiesel. Was sie denn mit dem Geld machen wolle, frage ich. „Neue Steine kaufen“, sagt Franka und zeigt auf ihre kleinere Bullerbü-Schwester, die offensichtlich auch am Kiesel-Trading beteiligt ist. Jedenfalls hat sie einen ganzen Becher davon. Das gefällt einem bekennendem Der-Markt-wird’s-richten-Fetischisten wie mir. Kann man die Kleine adoptieren?

Kann man nicht, der Papa liegt im Liegestuhl nebenan. Ob er Franka etwa Warren Buffet vorliest? Der gehört schließlich auch zu den Furchtlosen. Und er hat auch gekauft. Keine Steine. Dafür aber Bankaktien! Wells Fargo, US Bancorp, Bank of America. Wann genau er zugriff, wissen wir nicht, nur dass es irgendwann im zweiten Quartal des Jahres passierte. Gut möglich also, dass er daher gerade Buchverluste verkraften muss. Bankaktien hat es in den vergangenen Wochen schließlich am ärgsten gebeutelt.

Einem Buffet dürfte das aber egal sein. Hypothenkrise hin oder her. Wenn Buffet kauft, haben die Aktien Substanz. Jetzt also Finanzwerte. Sollten wir uns daher vielleicht mal eine Deutsche Bank näher anschauen? Oder eine Allianz?

Und sonst: Ich hatte es ja schon befürchtet. Milch lässt sich nicht so einfach durch Bier substituieren (Zum Vergrößern bitte anklicken).

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