Was ist denn ein unerwünschter Investor?
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) denkt derzeit laut über eine Behinderung von ausländischen Investitionen in deutsche Unternehmen nach. Sein Plan ist es, dass eine Beteiligung von 25 Prozent oder mehr an einem deutschen Unternehmen durch einen ausländischen Investor von der Bundesregierung geprüft wird und gegebenenfalls abgelehnt werden kann. Ich staune über das geringe Vertrauen des Ministers in den Markt.
Herr Glos sprach von der Möglichkeit zur Abwehr von unerwünschten Investoren. Aber was heißt denn unerwünscht? Ist ein in Deutschland investierender Unternehmer oder Fonds, der hierzulande Geld ausgeben und in die deutsche Wirtschaft stecken möchte, unerwünscht? Unerwünscht ist vielmehr ein Investor, der kein Interesse an der Rentabilität des Unternehmens hat. Aber gibt es solche privaten Investoren denn überhaupt? Da wäre man doch sehr erstaunt. Aber halt! Einen Investor gibt es allerdings, der schon oft genug bewiesen hat, dass ihm die Rentabilität eines Unternehmens gleichgültig ist. Es ist der Staat.
Verlustübernahme wird dann (mit Staatgewalt) auf den großen Finanzier im Hintergrund überwälzt: den Steuerzahler!
Der Markt allein sollte für eine Auslese an Investitionen sorgen. Das urtypische Verhalten von gewinnmaximierenden Unternehmern ist die Prüfung des Return on Investment. Kein Unternehmer oder Fonds wird eine Investition tätigen, wenn er sich keinen Gewinnzuwachs davon verspricht. Solange so genannte Schlüsselindustrien in Deutschland Gewinne erzielen und rentabel arbeiten, bleiben sie natürlich auch Ziel von möglichen Investoren.
Und Sicherheitsargumente? Gefährliche ausländische Staatsfonds? Es ist doch sehr zu bezweifeln, dass, sobald ein russischer oder chinesischer Staatsfonds bei einer deutschen Firma eingestiegen ist, dem Verbraucher die Leistung verweigert wird. Der Markt sollte also in der Lage sein, ein effizientes und für Herrn Glos zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Denn, es wird vielleicht einige Beamte im Ministerium verwundern: Auch der Staatsfonds will Geld verdienen.









Am 10. August 2007 um 03:01 Uhr
Wenn’s nur so einfach wäre.
Leider gibt es auf dem Markt nicht nur Unternehmen. Russland und China halten riesige Devisenreserven vor, die irgendwo investiert werden sollen. Und wenn Gazprom in deutsche Stadtwerke investiert, stimmt mich das schon besorgt. Das Interesse ist da nicht nur finanziell sondern auch strategisch.
Vielleicht kauft China auch europäische Rüstungsunternehmen oder der Iran Unternehmen mit Atom-Knowhow. Dann geht es aber ganz sicher nicht um Gewinne.