31 Prozent könnten zu wenig sein

Die Gewerkschaft der Lokführer GDL hat sich für einen weiteren Arbeitskampf entschieden. In der Urabstimmung stimmten über 95 Prozent der Mitglieder für den Streik. Die Bahnfahrt wird teurer, das ist zu vermuten. Die Bahn fährt nicht ohne die Lokführer und im Endeffekt wird die Bahn nachgeben müssen und die Mehrkosten wohl bei den Kunden zurückholen.

31 Prozent Lohnerhöhung scheinen maßlos. Aber sind sie das wirklich? Ich staune über die Aufregung. Wie lässt sich denn bei einem Staatsmonopolbetrieb, der bestimmte Preise (Löhne) bisher im Gesamtpaket mit einer monopolistisch aufgestellten Gewerkschaft ausgehandelt hat, feststellen, was der marktgerechte Preis für die Leistung „Lokführen“ ist?

Ob 31 Prozent zu viel sind – oder vielleicht gar immer noch zu wenig – entscheidet der Markt. Die Schmerzgrenze bei den Menschen ist leicht zu definieren: der Geldbeutel! Wenn die Menschen den Eindruck haben, dass das Produkt „Personentransport von München nach Hamburg“ teurer, umständlicher, langsamer ist als der Mietwagen oder das Flugzeug, dann werden sie der Bahn den Rücken kehren.

Dann muss die Bahn den Preis eben senken – und vielleicht kommt sie auf einen wettbewerbsfähigen Preis für ihr Produkt, indem sie weniger Energie verbraucht. Vielleicht haben die Lokführer mit zu geringen Löhnen ja den Energieschlendrian bei der Bahn subventioniert. Vielleicht haben sie auch eine Vielzahl von Beraterverträgen für verdiente Politiker subventioniert. Für mich ist zumindest eines klar: Beim Börsengang der DB bin ich nicht mit dabei. Denn die Bahn hat viele Probleme. Die Höhe der Lokführerlöhne ist noch eines der geringeren.

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