Milch-Weisheiten

Die gute Nachricht zuerst: Der Blumenkohlmarkt beruhigt sich. „Die Hausse am Markt ist gekippt“, schreibt die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH (die nennen sich wirklich so). Jedenfalls: der Gemüsefreund atmet auf. Aber: der Milchfreund stöhnt. Wir wissen ja warum.

Wie kann dem Milchfreund nun geholfen werden, ohne dass wir dem laktose-unverträglichem Chinesen seine neue Lust am aus europäischem Milchpulver gerührtem milchzuckerbefreitem Kalzium-Getränk wieder nehmen müssen?

Meinung meines zynischen Kollegen: „Daß mit dem Milchpulver ist mir egal, ich bin nicht schwanger“. Nun ja …

Vielleicht ist alles nur eine Frage der Substitution. Grundregel: Wenn Brot teurer wird, essen wir einfach mehr Kuchen. Oder nicht? In Ordnung, die Rechnung geht nicht auf. Genausowenig lässt sich Kuhmilch durch Sojamilch so einfach ersetzen, dieser Getränkerohstoff wird ja auch teurer. Und wer auf Bier umsteigen will, muss sich ebenfalls auf höhere Preise einstellen. Weil, ja genau, Braugerste wird teurer!

Nun denn, vielleicht ist alles nur eine Frage der Reduktion? Jeder zweite Deutsche ist zu dick, heisst es in Studien. Also: Maßhalten! Aber: Hunger tut doch so weh!

Nächster Versuch: Vielleicht probieren es die Herrschaften an den Stellschrauben der Macht mit mehr Marktwirtschaft – Schluß mit den Milchquoten! Finden wir alle vernünftig. Vermutlich nur Brüssel nicht. Ist deswegen absurd. Vergessen wir’s.

Noch ein Versuch: Vielleicht ist alles nur eine Frage des „Hedging“? Ja, aber bitte! Wir machen’s wie die Profis. Absichern! Nein, damit meine ich nicht das Bunkern von Milchtüten und Butter-Quadern – soll ja Leute geben, die Aldi und Lidl schon leergeräubert haben. Es geht eleganter: wir investieren.

In was? In landwirtschaftliche Rohstoffe. Zum Beispiel mit dem Stabilitas Soft Commodities, das ist der erste Fonds in Deutschland, der auf die Gewinner des Agrar-Booms setzt. Was wir also beim samstäglichen Lebensmittelkauf mehr bezahlen, holen wir mit Aktiengewinnen mehr als wieder raus.

Was ist das Leben schön! Ruhe am Blumenkohlmarkt, den Chinesen ihre Milch, und uns steigende Kurse. Wer will da noch meckern?

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