Exportweltmeister

Und noch ein Titel, der uns flöten geht: im nächsten Jahr wird China zum Exportweltmeister, uns bleibt dann nur noch der Vizemeistertitel. Anfang der Woche hatte ich ja bereits berichtet, dass wir von Rang drei der größten Volkswirtschaften auf vier abrutschen werden, verdrängt von – natürlich – China.

Das ist genauso bemerkenswert wie egal. Denn der Aufschwung Chinas ist Teil des Aufschwungs der gesamten Weltwirtschaft. Und von dem profitieren auch wir: Der Internationale Währungsfonds erwartet für Deutschland inzwischen ein Wachstumsplus von 2,6 Prozent in diesem Jahr!

Das ist sogar der BILD-Zeitung eine Geschichte wert … wenn da nur nicht so viel Falsches drinstehen würde!

Falsch: Fast 60 Prozent aller Ausfuhren Chinas werden von Unternehmen mit deutscher Beteiligung getätigt.
Richtig: Man ersetzte „deutsche“ durch „ausländische“. Das ist dann schon ein kleiner Unterschied!

Falsch: Dresdner Bank-Volkswirt Rainer Schäfer zu BILD: „Die wichtigsten Exportgüter sind Textilien, Schuhe, Haushaltsgeräte, Maschinen für die Leichtindustrie und elektronische Bauteile wie Festplatten.“
Richtig: Die wichtigsten Exportgüter sind Computer und Unterhaltungselektronik. Mit Abstand, meine Herren!

Falsch: Deutschland wächst um 0,5 Prozent.
Richtig: Der IWF sagte doch was von 2,6 Prozent?!

Nun ja, ich bin schon wieder staunend am Meckern …

Was bleibt, ist die Einsicht, dass von Konjunkturschwäche nichts zu sehen ist. Daher investiert bleiben. Ob in China-Aktien oder Deutschland-Aktien ist da zweitrangig.

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