Weihnachten im Juli
Gestern Abend, kurz vor der Übertragung des Ligacup-Halbfinals bei Sat.1, landete ich zappend bei QVC. Das ist einer dieser Verkaufskanäle in der Kabellandschaft, die „doch nun wirklich keiner ernsthaft gucken kann“, wie meine Schwiegermutter in spe sagt. Erwischt. Ich hab zugeschaut!
Die Kinnlade ist mir dabei runtergefallen, saßen da doch zwei blondierte Verkäuferinen (hier eine davon) und feierten „Weihnachten im Juli“. Klar, gestern war ja auch der 24. des Monats, macht Sinn, Heiligabend sozusagen. Sagenhaft!
Was das mit der Börse zu tun hat? Jede Menge!
Zu kaufen gab es beispielsweise – made in China natürlich – Vanilleduftkerzen aus Echtwachs, flammenlos, Schneemannform, drei Stück zum Heiligabend-Vorzugspreis von 38 Euro statt 47 Euro. Jetzt heißt es rechnen: Das ist ein Rabatt von 19 Prozent, was einem Jahreszins von sensationellen 46 Prozent entspricht.
In anderen Worten: Bei QVC gibt es unglaubliche Carry-Trade-Chancen! Statt erst im Dezember, kaufen wir schon jetzt auf Pump schicke Schneemannkerzen und sparen massig Geld. Wunderbar.
Wären die „duften Jungs“ fungibel, könnte man fast eine Hedgefonds-Strategie daraus ableiten – Weihnachtsplunder-Arbitrage.
Auf jeden Fall wäre es gewitzter, als der neuesten Empfehlung aus der „Welt“ zu folgen: nämlich Geldmarktfonds zu kaufen.
Erstens kommt diese Empfehlung immer dann, wenn der DAX ein bisschen schwächelt, entbehrt also jeglicher strategischer Konzeption. Zweitens bin ich der Meinung, dass die Aktienrally längst nicht vorbei ist, und warum soll ich mich drittens mit drei Prozent Rendite begnügen, wenn ich bei QVC-Weihnachtsaktionen 46 Prozent Rabatt p.a. einberäumt bekomme?
Ach ja: Der QVC-Angebotspreis gilt heute schon nicht mehr, und der Ligacup war gestern irgendwann doch spannender (die besten Szenen hier).









Am 25. Juli 2007 um 15:49 Uhr
…als Einstimmung für alle die heute abend entweder QVC schauen müssen oder keine Zeit haben das Spiel VfB Stuttgart - FC Bayern zu sehen
http://www.youtube.com/watch?v=7CMj_lQDPOM