Spieglein, Spieglein
Mein Kollege hat heute etwas Böses gesagt: „Wirtschafts-News schaffen es nur dann auf die Homepage von „Spiegel-Online“, wenn irgendeinem Kapitalisten auf dem Planeten so richtig eine reingesemmelt werden kann“. Böser Bube, der! Das ist ja Kollegenschelte aus der untersten Schublade. Allerdings: Er hat Recht!
Schlagzeilen-Kostprobe von heute: Hedgefonds-Debakel, finanzielles Waterloo, Konjunktur-Höhepunkt vorbei, Kahlschlag, Horror vor den Medien-Heuschrecken … bei „Spiegel Online“ ist morgens um 11 Uhr in Deutschland die Welt nicht mehr in Ordnung.
Dabei muss man sich doch gar nicht so ereifern.
Diese Hedgefonds-Geschichte beispielsweise: Bear Stearns, die fünftgrößte Investmentbank der USA, muss zwei Hedgefonds als wertlos abschreiben, die vor noch nicht allzu langer Zeit 1,5 Milliarden Dollar wert waren. Das ist für manche Grund genug, das düstere Szenario eines weltweiten Finanzmarktkollaps an die Wand zu malen. Bei nüchterner Betrachtung jedoch ist es schlicht ein normaler Vorgang. Es gehört zum Risiko eines Hedgefonds, Pleite zu gehen. „Systemimmanent”, sagt mein Kollege.
Und ich gehe noch einen Schritt weiter und behaupte: Dem Markt für Kreditverbriefungen, auf dem sich die beiden Hedgefonds verzockten, konnte nichts besseres passieren! Offensichtlich waren hier die Bewertungen überzogen und das Risiko muss neu eingeschätzt und bewertet werden.
Also liebe Kollegen von „Spiegel Online”, ich versuche mich jetzt auch mal mit Bösartigkeiten, auch wenn mir das als staunendem Gutmenschen nicht so recht liegt: Nix Debakel! Grund zur Freude. Hedgefonds-Pleite sogt für mehr Effizienz an den Märkten!









Am 18. Juli 2007 um 17:51 Uhr
hut ab,
eine solche einschaetzung(die ich ohne weiteres teile)gegen die meinung der mainstreampresse(in diesem falle schon boulevard-niveau)abzugeben hat was,jedoch werden die maerkte uns recht geben(ob freitag oder montag wage ich nicht zu prognostizieren).
respektvoll
kram (der hier immerwieder gern mal reinliest)
Am 20. Juli 2007 um 10:37 Uhr
Na ja, so ganz mag ich mich mit dem Gedanken nicht anfreunden. immerhin sind dadurch Milliarden einfach weggewischt worden. Aber ja, für die Effizienz der Märkte mag es auch eine gute Seite haben