Globalisierung Stufe 4
In Hongkong dürfen Asthmatiker und Herzkranke auf Verwaltungsgeheiß das Haus nicht verlassen. Bei Smog-Alarm. Im vergangenen Jahr war das an 41 Tagen der Fall! Für viele ausländische Arbeitskräfte – kurz „Expats“ – ist das ein Grund, ihr Glück lieber in anderen boomenden Städten zu suchen, etwa in Singapur. Oder sie lassen sich die dicke Luft mit einem großzügigen Lohnzettel schmackhaft machen.
Mit dem Wirtschaftswachstum wachsen schließlich die Ansprüche. Wenn man so will, werden die ökonomischen Wunder-Regionen so zum Opfer ihres eigenen Erfolges. Ich hatte schon einmal über Munjal Shah berichtet, den Chef des indischen Start-ups Riya, der seinen Standort in Bangalore dicht machte, weil er die hohen Löhne nicht mehr zahlen wollte.
Hongkong plagt sich derweil mit einem neuen Problem: Zu wenige internationale Schulen. Es gibt zu viele „dieser Banker, zwischen 35 und 42 Jahren, die kleine Kinder mitbringen“, klagt eine Immobilienmaklerin. Jetzt sind Stadtverwaltung und Unternehmen gefordert, Abhilfe zu schaffen – ein großzügiger Lohnzettel allein hilft in diesem Fall nicht.
Wir im Westen sehen diese Probleme gerne als Indiz für die Grenzen des asiatischen Wachstums an. Chinesen und Inder aber schaffen es immer wieder uns eines Besseren zu belehren. Als Opfer des eigenen Erfolges sieht sich dort keiner. Man findet Lösungen. Hongkongs Stadtverwalter Donald Tsang schmiedet bereits Pläne, um die Luftqualität um 50 Prozent zu verbessern. Das muss er auch, schließlich will Hongkong seine Bevölkerung um 40 Prozent ausdehnen, Singapur ebenso. Das geht aber nur, wenn auch die Lebensqualität stimmt.
Der innerasiatische Wettbewerbsdruck hilft. Hongkong wird seine Schulen bekommen. Keinesfalls sollen talentierte Fachkräfte nach Singapur abwandern. Oder gar nach Tokio. Dort plant man gar ganze Stadtviertel, die allein auf die Bedürfnisse der Expats zugeschnitten werden sollen …
Wird in Deutschland nicht gerade darüber debattiert, wie man die Zuwanderung von Hochqualifizierten verbessern will?!
Fernost macht’s vor. Mit ein Grund, warum einem bei Asien-Investments nicht bange sein sollte (auch wenn der Tipp vom ersten Blog-Beitrag Anfang Juni inzwischen schwindelerregende 17 Prozent höher notiert).









Am 12. Juli 2007 um 12:48 Uhr
Hallo Herr Kollege,
gerne würde ich Ihren Blog in meinen Google-Reader einfügen, doch das geht nicht. Warum öffen Sie diese Funktion nicht auch wie andere Blogger…?
Viele Grüße
Thomas Schmitt
FAZ am Sonntag
Am 12. Juli 2007 um 16:05 Uhr
Hallo Herr Schmitt,
die Funktion gibt es bereits.
Bitte fügen Sie bitte bei Google-Reader folgende URL hinzu: “http://finanzen-blog.net/wp-rss.php”
Dann wird der Blog bei Google-Reader angezeigt.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Ludwig