Globalisierung minus 1
Angela Merkel, Peer Steinbrück und Roland Koch warnen: Wenn der Fall X eintritt, müssen die deutschen Verbraucher damit rechnen, überhöhte Preise für Postdienstleistungen, Telekommunikation, Verkehr, Energie und Wasser zahlen. Ausländische Staatsfonds haben Billionen Dollar angesammelt, die sie auch in deutschen Versorgungsunternehmen investieren könnten. Das ist der Fall X und muss verhindert werden.
Aber Huch! Zahlen deutsche Verbraucher nicht nachweislich schon überhöhte Preise für Briefporto, Wasser, Strom? Sind also Schlüsselbranchen des Landes schon in der Hand finsterer ausländischer Mächte? Nein. Es sind eher finstere inländische Mächte.
Versorgungsbetriebe sind halt, wie der Name schon sagt, dafür da, für Versorgung zu sorgen. Das betrifft einerseits die Bürger, die eben Wasser, Porto etc. beim für sie zuständigen Monopolisten kaufen müssen, andererseits aber auch die riesige Anzahl von Parteifunktionären in Stadt und Land, die mit tausenden und Abertausenden von Beirats-, Aufsichtrats- und Geschäftsführungsposten versorgt sein will.
Der zynische Kollege aus dem Büro nebenan hat einen Tip: Sollten Steinbrück und Co wirklich Angst davor haben, dass die Post im Falle einer chinesischen Beteiligung miese Zustellleistungen bei überhöhtem Porto anbietet, würde es sich anbieten, den Markt per Gesetz komplett für den Wettbewerb zu öffnen.
Das wirkt Wunder. Hat allerdings den Nachteil, dass ein funktionierender Wettbewerb ganz ohne Parteifunktionäre auskommt. Die wären dann unterversorgt. Aber vielleicht haben die Chinesen ja ein paar Versorgungsposten frei.








