Big Bang in Seoul
Alle wollen Finanzzentrum werden. New York, London, Frankfurt in der westlichen Welt. Tokio, Hongkong, Singapur in Asien (nicht zu vergessen Dubai!). Und jetzt auch noch Seoul. Und das nicht langsam, gemächlich, vorsichtig. Nein: Seoul will den „Big Bang“! Nächste Woche wird die Nationalversammlung weitreichende Gesetze verabschieden, die Erinnerungen an die Eiserne Lady Margaret Thatcher wachrufen.
Die Finanzbranche wird in drei klare Bereiche gegliedert: Banken, Versicherungen, Investmentgesellschaften. Gefördert werden Wettbewerb, Konsolidierung, Kreativität. Anvisiertes Ziel: Die Finanzdienstleister sollen demnächst alles dürfen, was nicht explizit verboten ist. Bisher ist das Gegenteil der Fall.
Und schon träumt man in Südkorea von einer ostasiatischen Variante von Goldman Sachs …
Eine derartige Radikalkur hatte die Eiserne Lady in den 80er-Jahren dem Vereinten Königreich verordnet. Was daraus wurde, wissen wir. London gilt als die Finanzmetropole schlechthin.
Mehr Deregulierung also in Asien. Wie schön! Da darf man in Deutschland fast neidisch sein …
Belohnt werden die Bemühungen nämlich mit dem Zufluss ausländischen Kapitals und ausländischer Investitionen. Dass ausdrücklich die Börsen in Korea, Singapur und Hongkong einen Rekordstand nach dem anderen erreichen, ist wahrlich kein Zufall.
Asien-Investments bleiben auch daher eine gute Wahl. Ganz Mutige setzen auf Korea, Vorsichtigere auf den Aufschwung des ganzen Kontinents.
Blümel staunt, http://finanzen-blog.net, 26.06.07, Martin Blümel









Am 27. Juni 2007 um 15:54 Uhr
I’m a Seoul-Man