Chavez dreht am Rad

Russische U-Boote sollen her! Der Käufer: Venezuelas Staatspräsident Hugo Chavez. Der Verkäufer: Russlands Staatspräsident Wladimir Putin (schon wieder so eine unheilige Allianz). „Vermutlich pink lackiert“, meint meine Schwiegermutter in spe. Ja, das könnte durchaus sein, Chavez trägt ja auch gerne seine Boots in Schweinchenrosa (etwa so), und der Linksruck in Lateinamerika bekam den Beinamen „rosa Flut“ verpasst.

Wo war ich? U-Boote für Venezuela! „Mindestens fünf“, sagt Chavez. Ein Milliardenauftrag! El Presidente will venezolanische Bohrinseln schützen und sich gegen mögliche US-Handelssanktionen absichern, heißt es aus Carracas.

Putin ist noch ein Verbündeter von Rosa-Chavez, wie auch die Linken in anderen Lateinamerika-Staaten, vorneweg sein kubanischer Kumpel, El Massimo Fidel Castro. Andere vergrätzt er. Mit Verve!

Eine kleine Liste gesammelter Chavez-Aktionen:

Adiós Microsoft! Venezuelas Computer sollen künftig mit einem selbst-entwickelten (staatlichen) Betriebssystem funktionieren.

Adiós Wettbewerb! Chavez verkündete die Gründung von 200 sozialistischen Betrieben für strategisch wichtige Branchen, wie etwa Landwirtschaft, Nahrungsmittel-, Leicht-, Chemie-, Automobil- und Elektronikindustrie.

Adiós Weltbank: Venezuela will aus der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds austreten.

Adiós Pressefreiheit: dem unabhängigen TV-Sender „Radio Caracas Televisión“ wurde die Lizenz entzogen.

Adiós Multis: Ausländische Öl-Unternehmen wie Exxon wurden von Chavez aus dem Land gedrängt.

Hab’ ich was vergessen?

Jedenfalls steht das Land vor einer schweren Wirtschaftskrise. So berichtet es die Tageszeitung „El Universal“. Chavez’ Aktionen sorgen für einen dramatischen Anstieg der Inflation im Land. Laut „El Universal“ stiegen die Lebensmittelpreise von Mai 2006 bis Mai 2007 um 30 Prozent! Die Inflation insgesamt legte um 20 Prozent zu. Mit ein Grund: die Aufstockung der Sozialausgaben und die Erhöhung von Löhnen, Renten und Pensionen.

„Rette sich, wer kann“, findet meine Schwiegermutter in spe. Wer will in so ein Land investieren? Rosa Stiefel! Rosa U-Boote! Wer Venezuela-Anleihen im Depot hat, sollte sich schleunigst davon trennen, bevor es ihm vor Verlusten rosa, pardon rot, vor Augen wird.

Blümel staunt, http://finanzen-blog.net, 25.06.07, Martin Blümel

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