Allzeithoch II
Claude Monets Seerosen-Gemälde „Nymphéas“ wurde gestern bei Sotheby’s in London für umgerechnet 27,4 Millionen Euro versteigert. Das ist der zweithöchste Preis, der je bei einer Auktion für einen Monet erzielt wurde. Der Käufer? Anonym.
Bei Damien Hirst – auch in London – gibt es einen mit Diamanten besetzten Schädel zu kaufen. Preis: 75 Millionen Euro. So teuer wie sonst kein zeitgenössisches Kunstwerk zuvor. Potentieller Käufer? George Michael. Bad boy!
Untergangsprophet Marc Faber – Beiname „Dr. Doom“ – mault deswegen. Er sieht überall Blasen, überall aufgeblähte Vermögenswerte. Und damit die Vorboten eines riesigen Crashs. (Er hat sogar einen Hedgefonds ausgemacht, der in historische Violinen investiert! Das ist schon höchst skurril.)
Aus dem Staunen wird aber Grübeln. Nicht nur bei mir.
Denn dass die Welt in Geld schwimmt ist Fakt: Zwischen Ende 1997 und September 2006 hat sich die Geldmenge nach Berechnungen der Deutschen Bank nahezu verdoppelt; das Bruttoinlandsprodukt ist aber nominal nur um 60 Prozent gestiegen.
Aufgebläht scheint dabei nicht nur der Kunstmarkt. Schließlich klettern auch Immobilienpreise und die Börsen von Allzeithoch zu Allzeithoch (Schafft es auch der DAX heute?). Die Experten sprechen von einer generellen „Asset Inflation“. Und nicht nur Dauer-Pessimist Faber warnt. In der aktuellen Ausgabe der „Financial Times“ ist es UBS-Chef Peter Wuffli, dem die Vergabepraxis bei Krediten viel zu lax vorkommt.
Die Gretchenfrage lautet also: Wie schlimm wird der Abschwung, wenn die Zeit der Geldschwemme zu Ende geht?
Bei Faber käme dann die Apokalypse – den Sensenmann können Sie auf seiner Homepage bewundern. Meine Schwiegermutter in spe sorgt sich noch nicht und hält es mit Kostolany: Gewinne laufen lassen. Die meisten deutschen Anleger aber setzen auf Geldmarktfonds.
Und ich? Das verrate ich nicht … Aber ich weiß einen guten Mischfonds, für diejenigen, denen auch etwas mulmig ist.
Blümel staunt, http://finanzen-blog.net, 20.06.07, Martin Blümel









Am 20. Juni 2007 um 19:58 Uhr
Wenn schon die Banker vorsichtig werden!
Aber wer weiß schon, ob die Zeit der Geldschwemme so schnell vorüber geht. Ich bin mir sicher, dass die Notenbanker noch mehr die Schleusen öffnen, sollten sich Anzeichen eines Abschwungs mehren. Also warum jetzt schon Sorgen machen?