London gewinnt – und verliert doch
Und noch eine Studie, die behauptet, was ich nicht lesen will: New York verliert an Einfluss, London gewinnt. Englands Hauptstadt sei das wichtigste „Center of Commerce“ weltweit. Vor New York, Tokio, Chicago, Hongkong, Singapur und … da wären wir … Frankfurt.
London also top. Mag ja sein. Trotzdem spucke ich lieber von einem New Yorker Pier in den Hudson als in die Themse. Lieber lasse ich mir ein Sandwich von den Eichhörnchen im Central Park stibitzen, als mich von den Reden am Speaker’s Corner im Hyde Park langweilen zu lassen.
Und wer einmal eine Straßenparty im Village erlebt hat, den zieht es nun wirklich nicht mehr in einen der so angesagten Londoner Clubs. Mein guter Freund Oli weiß, wovon ich spreche.
Soviel dazu.
Die wachsende Beliebtheit Londons hat ja auch seine zwei Seiten.
Der Finanzplatz ist liberal und dereguliert wie kaum ein zweiter in der Welt. Einen Börsengang wagt man da gern. Nicht nur britische, auch russische, indische, chinesische Unternehmen nutzen das fleißig. New York hat sich da durch rigide Gesetze (Stichwort Sarbanes-Oxley) das Leben selbst schwergemacht.
Auf der anderen Seite wird London immer teurer. Die Mietpreise sind inzwischen die höchsten der Welt. Laut CB Richard Ellis werden für den Quadratmeter Büro im Londoner West End 162 Euro bezahlt! Erst danach folgt Tokio mit vergleichsweise bescheidenen 109 Euro.
Eine Blase?
Auffällig ist jedenfalls, dass in diesem Jahr mit Investments in britische Immo-Aktien kein Staat zu machen ist. Anders in Asien. Von Londoner Exzessen kaum eine Spur – trotz chinesischem Wirtschaftswunder. Wenn schon in Immobilien investieren, dann in Fernost. Ein Blick auf den Amadeus Asian Real Estate könnte sich da lohnen.
Und wenn schon Großstadtflair genießen, dann in New York. Oder Oli?
Blümel staunt, http://finanzen-blog.net, 12.06.07, Martin Blümel









Am 18. Juni 2007 um 09:06 Uhr
Nachtrag: Nach einer aktuellen Studie gehört New York nicht mehr zu den zehn teuersten Städten der Welt. London liegt auf Rang 2. Und ganz vorne … Moskau! http://www.mercerhr.com/knowledgecenter/reportsummary.jhtml/dynamic/idContent/1095320